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MICHL. Weihnocht‘n! Amoi im Jahr wern d’Leit besinnlich. Ois wird feierlich gschmückt, es riacht nach Zimt und Glühwein, da Santa Claus steckt im Kamin fest und unsere Kinder ham a ganz besonder‘s Leucht’n in den Augen. Oba sogoa zu so an feierlichen und besinnlichen Anlaß, passier‘n oft de lustigsten Begebenheiten. So hot zum Beispiel seinerzeit da Walter am 24ten an Christbam kaft, wos jo ansich nix aufregendes warat. Etwos aufregender is dann scho de Tatsache, daß da Christbaumkauf auf da Polizeiwachstub‘n geendet hat…
Oiso, de Gschicht hat si zuverlässiger Quelle noch in etwa so zuatrogn. Da Walter woa a bissl spät dran in Soch‘n Weihnachtstanne. Kurz vor Feierabend kummt’a dann zum Christbamdealer und siacht scho, daß de Auswoih bereits sehr eingeschränkt is. Zur Auswoih woa grod no d’Maximalversion mit zwa moi zwa Meta um schneidige 1200 Schilling und a kümmerliches Exemplar des angeblich sogoa gratis hergaunga warat, weil da Christbamtandler froh gwesn wär, wauna den Bam überhaupts irgendwie weidakriagt hät.
Oiso da Walter net fad, schnappt si des Model „Rockefeller“ noch zähen Verhaundlungen um 1000 grodaus, schultert den Bam und nach Haus. Dort ankumma, hot eam die Dame des Hauses den Bam dann lediglich sprichwörtlich aufgstöt, wos im Kloatext hast sie hot eam grfogt ob er irgendwo dagegen grennt warat, weila mit so an Ungetüm daherkimmt und sowieso passat der Bam nianet ins Wohnzimmer.
Sichtlich angschlagen ob dera gnadenlos’n Reaktion, tritt da Walter schweren Herzens samt dem Bam in Rückzug an, und wira durch‘s Treppenhaus maschiert, schiasst eam plötzlich ein, dass jo da Christbamtandler schon am zammräumen woa, wie er kumma is und der möglicherweise nimma do is. Angesichts dessen hat da Walter dann sofort in den Schweinsgalopp umgschalt, und is mit dem Bam in wahnsinniger Gschwindigkeit retour zum Dealer.
Da jo bekanntlich da Teufl net schloft, selbst am heiligen Abend net, siacht a eifriger Gesetzeshüter in Walter wira mitn Bam ums Eck wetzt, und kombiniert natirli glei schoafsinnig: Christbamdieb! Da Kappler oisa ebenfalls im Galopp hinterm Walter nach, diritissima zum Christbamdealer.
Dort ankumma, ist da Walter dann quasi glei festgnumma worn, schließlich woa da Fall jo ganz kloa, weil warum soit ana mit an Christbam in der Gschwindigkeit unterwegs sein, wauna den net gfladert hätt. Da Christbamdealer woa freilich nimma do, weil sonst hätt der sicher de Gschicht glei aufklärn kinna, weil den mit’n 1000 Schilling Christbam vagisst ma net so schnö.
Auf da Polizeistub’n is daun schnö ausakumma, daß des Ganze nur am Mißverständnis woa. Dem Polizist is des dann doch irgendwie eigenartig vorkumma, daß a Christbamdieb mit seiner Beute zum Händler hinrennen tät, und net davon. Da Walter woa natirli sehr erleichtert, oba de Erleichterung ist sehr schnell verflogn wira draufkumma is, daß er jetzt mit dem gleichen Bam wieder Daham antreten muß, weil davor würd mi sogoa i fürcht’n, was auch von Euch hofft
Euer Michl
Dem Michl a Gschicht vazön:
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