STEYR. Die Osteoporose ist eine der am häufigsten auftretenden chronischen Erkrankungen im Alter. Statistisch gesehen, sind Frakturen, die aufgrund von Osteoporose auftreten, bei Menschen über 75 Jahren für mehr Todesfälle verantwortlich als viele Tumorerkrankungen ...

Im Zuge des Welt-Osteoporose-Tages, der am 20. Oktober begangen wird, möchte das LKH Steyr die Bedeutung der Früherkennung hervorheben. In diesem Herbst startet das Spital zudem ein Trainingsprogramm, das speziell auf die Bedürfnisse von Osteoporose-Patient/-innen ausgelegt ist.

Osteoporose ist eine Erkrankung des Knochens, die sich durch einen raschen Abbau der Knochensubstanz und somit einer Abnahme der Knochendichte auszeichnet. Wird sie nicht rechtzeitig oder nur unzureichend behandelt, sind vermehrte Knochenbrüche und Pflegebedürftigkeit die Folge. „Besonders sinnvoll ist eine frühzeitige vorbeugende Behandlung, um die Folgen der Erkrankung möglichst gering zu halten“, sagt OA Dr. Leopold Vasold, Facharzt für Urologie am LKH Steyr, „Studien zeigen jedoch, dass nach wie vor bis zu 80 Prozent der bekannten Osteoporose-Patient/-innen nicht oder nur unzureichend behandelt werden.“ Das höchste Risiko für Komplikationen und Fortschreiten der Osteoporose haben Patienten mit einer Muskelschwäche (Sarkopenie). Deshalb ist das Muskeltraining und Sturzprophylaxe (Schulung von Gleichgewicht und Koordination) ein zentraler Bestandteil der Therapie.

 

Osteoporose-Training am Institut für Physikalische Medizin und Rehabilitation (PMR)

Im Landes-Krankenhaus Steyr arbeiten deshalb Expert/-innen aus allen relevanten medizinischen Bereichen eng vernetzt in einem eigenen Osteoporose-Zirkel zusammen, um umfassende Diagnosen und Therapiekonzepte für die Patient/-innen erstellen zu können. Die Therapie umfasst zahlreiche unterschiedliche Behandlungsmethoden.

„Alter, Geschlecht, Grunderkrankungen und Medikationen spielen bei der Klassifizierung der Krankheit ebenso eine Rolle wie die persönliche Lebens- und Krankengeschichte“, so der Experte, „wesentlicher Bestandteil jeder Basisbehandlung ist jedoch immer eine begleitende Bewegungstherapie um den Körper möglichst mobil zu halten.“ Ab 1. November 2014 startet am Institut für PMR deshalb ein spezielles Osteoporose-Trainingsprogramm zu je zehn Trainingseinheiten für die Patient/-innen.

Angeboten werden eine präventive Form des Osteoporose-Trainings (jeweils mittwochs von 12:00 bis 13:00 Uhr) sowie eine Trainingsgruppe für Patient/-innen mit manifester Osteoporose (jeweils dienstags von 12:00 bis 12:30 Uhr). Begleitend dazu können die Patient/-innen eine speziell adaptierte medizinische Trainingstherapie besuchen und das Angebot einer Vibrationstherapie, auch Galileo genannt, in Anspruch nehmen. „Das Angebot dieses Osteoporose-Trainings beinhaltet einerseits Informationen über die Erkrankung selbst, eine anatomische Aufklärung, Haltungsschulungen und einer Sturzprophylaxe, andererseits Anleitung zur Kräftigung, Dehnung und Koordination des Körpers sowie eine Verhaltensschulung für den Alltag und das Erlernen eines Heimprogrammes“, erläutert die leitende Physiotherapeutin Elisabeth Wöls.

Foto: gespag