LESERBRIEF. Die aktuell laufende Unterschriftensammelaktion in den Geschäften am Stadtplatz, welche sich gegen das geplante Einkaufszentrum am Tabor richtet, ist der ungeheuerlich freche Versuch, die Steyrer in ihrem Konsumverhalten zu bevormunden und einzuschränken ...

Dass die Geschäftsleute gegen die drohende Konkurrenz nun mobil machen, mag auf den ersten Blick vielleicht noch einigermaßen verständlich wirken, in Wahrheit sind sie aber selbst in der Verantwortung, wenn Kunden zur Konkurrenz ausweichen. Ein seichtes Warensortiment und teilweise völlig überzogene Preise führen schon jetzt dazu, dass viele Steyrer in die naheliegenden Einkaufszentren, wie Haid und Pasching und bald auch in das riesige neue EKZ Asten ausweichen.

Was ist der Zweck dieser Aktion? Es scheint, als wollen die Geschäftsleute des Stadtplatzes mit diesem Boykottaufruf nur ihre eigene Haut, ihr Ansehen als Geschäftsinhaber und ihr gutes Einkommen auf Kosten der Konsumfreiheit der Steyrer retten.

Wenn die Geschäfte am Steyrer Stadtplatz überleben wollen, müssen sie eben mehr bieten als es die Einkaufszentren tun, ob das in Form eines besonderen Services oder Sortiments erfolgt ist dabei einerlei, die Kunden werden Besonderheiten schätzen und mit Treue gutieren. Etwas Mut und Einfallsreichtum würden helfen, antiquiertes Denken steht dem entgegen.

Was aber völlig übersehen wird ist, dass mit dem neuen Einkaufszentrum am Tabor auch das Geld in Steyr bleibt und die Kaufkraft nicht in die umliegenden Einkaufstempel abfließt. Nahe Steyr formiert sich schon der nächste Einkaufstempel, der die Konsumenten der umliegenden Gemeinden wie eine große Lichtfalle anlocken wird – wenn Steyr nicht mithalten kann, geht die Stadt vor die Hunde, wenn deren Einnahmen flöten gehen.
Mal Hand auf’s Herz: wie viele diese Aktion unterstützenden Personen kaufen tatsächlich einen Großteil ihrer Konsumgüter in der Stadt ein und weichen nicht auf naheliegende Einkaufstempel und Internet aus? Was für eine Heuchelei – nicht umsonst fürchten die Geschäfte um ihre Existenz!

Freuen wir uns doch auf das neue Angebot, denn Konkurrenz belebt bekanntlich das Geschäft!
Diejenigen Geschäfte, die sich weiterentwickeln werden überleben, andere müssen eben den Hut ziehen - ich weiß, diese Auslese erinnert ein bisschen an Charles Darwin.

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