LESERBRIEF. Vier Namen hört und liest man im Zusammenhang mit dem Widerstand gegen das geplante EKZ am Tabor: Daniela Limberger, eine aus dem Mühlviertel nach Steyr zugezogene Geschäftsfrau mit drei Läden der Modekette Tally Weijl in Steyr, Gmunden und im EKZ (!) Haidpark, ...

... Petra Schwinghammer, eine Geschäftsfrau mit einem kleinen, aber feinen Geschäft am Grünmarkt, Robert Hartlauer, einem liberalen Geschäftsmann und Werner Leschanovsky, einem umtriebigen Wirt mit viel Spirit, der in ständigem Clinch mit dem Steyrer Magistrat und dem hiesigen Bürgermeister steht und nun das Thema EKZ Tabor im verbalen Kampf gegen diese nutzt.

Besonders bei der erst genannten Dame, die auch Obfrau des Vereins der Freunde für Steyr ist, kann ich die Aufregung gar nicht verstehen, betreibt sie doch auch selbst ein Geschäft in einem EKZ, das die Steyrer nur allzu gerne ansteuern. Jetzt fürchtet sie um „unser schönes Steyr“ - riecht das nciht ein klein wenig nach Doppelzüngigkeit?

Auch den Einsatz von Herrn Leschanovsky kann ich nicht nachvollziehen, kämpft er doch schon seit Jahren vorwiegend gegen das schwache Stadtmarketing, das jeodch mit dem EKZ nur wenig zu tun hat. Der Widerstand gegen das EKZ richtet sich ja gegen die Konkurrenz.

Einige wenige gute Geschäfte am Stadtplatz brauchen sich vor der Konkurrenz absolut nicht fürchten, da sie Stammkunden haben, die ihnen sicher auch weiterhin treu bleiben. Durchlaufgeschäfte mit Ramsch oder miserablem Service müssen zittern, aber nicht vor dem EKZ, sondern aufgrund ihres Angebotes.

Welche Geschäfte findet man als Konsument oder auch Tourist in der Stadt? Da wären z.B. einige Mobiltelefonhändler, ein paar Dekogeschäfte, Trafiken, eine Hand voll Bekleidungsläden, Shops mit Chinawaren, einige Schmuckläden, gute Buchläden, einen Libro, einen überdimensionalen Hartlauer, Reisebüros, Apotheken und einige unterschiedliche Läden mehr. Dazu kommen noch einige (auch gute) Wirtshäuser, Kaffehäuser mit sehr eingeschränkten Öffnungszeiten, nicht zu vergessen die Würstelbuden und ein Spielkasino.

Das war’s. Das ist ein Überblick über den Steyrer Stadtplatz. Wen wundert es da noch, wenn die Steyrer in umliegende EKZ ausschwärmen und dort ihr Geld lassen?

Die Angst vor der drohenden Konkurrenz lässt die Geschäftsleute auf die Barrikaden steigen. Sie wollen mit aller Gewalt erreichen, dass die mögliche Konkurrenz politisch unterbunden wird, nur um ihre Geschäfte zu retten, ohne dass sie selbst etwas dazu beitragen müssen. Klar. Verhindere die Konkurrenz und alles kann bleiben wie es ist. Auch das ist ein möglicher Lösungsansatz, wenn auch nicht der, mit dem größten Einfallsreichtum.

Könnte das Problem mit leerstehenden Geschäften an den hohen Mieten liegen, die die Hausbesitzer den Geschäften abverlangen? Hier müsste die Politik ansetzen! Leerstehende Geschäfte am Stadtplatz muss man gegebenenfalls per Zwang unterbinden. Ein ausgestorbener Stadtplatz bringt keinem was, ebenso wenig bringt aber auch der Widerstand gegen die unaufhaltsame Modernisierung der Stadt, die Steyr dringend nötig hat.

Ich freue mich auf das neue EKZ und den frischen Wind, den Steyr dadurch bekommt und auch die in Planung befindliche Parkgarage ist definitiv ein wichtiges Thema für Steyr. Hier stellt sich nur die Frage, ob es nicht auch eine oberirdische Garage an einer anderen Stelle getan hätte (ehem. Postamt, Eybl)? Wir werden es sehen.

„Man muss immerfort verändern, erneuern, verjüngen, um nicht zu verstocken.“ (J.W.v.Goethe)

Karlsson

 

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