OÖ. Wenig Zeit zum Erholen von den Einsatzstrapazen am Montag, 10.02.2020, hatten dieFeuerwehren in den Nachtstunden auf den Dienstag. Schon kurz nach Mitternacht zogen erneut Windböen mit bis zu 111 km/h über unser Bundesland. Von Westen her kommend waren diesmal ...


der Bezirk Braunau und das Hausruckviertel schwer betroffen. Das Einsatzbild gleicht dem Tag
zuvor: umgestürzte Bäume, blockierte Verkehrswege, beschädigte Dächer und Stromleitungen.
Alleine in den Nachtstunden standen 100 Feuerwehren im Einsatz, um die Infrastruktur für die
Morgenstunden wieder bestmöglich herzustellen.


Bereits am Wochenende ist das Sturmtief „Sabine“ über Teile Europas hinweg gezogen, am Montag
ist es in Oberösterreich angekommen. Nach einer kurzen Entlastung um die Mittagszeit traf Sabine
am frühen Montagnachmittag noch einmal mit voller Wucht auf unser Bundesland. Quer durch die
Bezirke der nördlichen Landeshälfte zog sich eine Spur der Verwüstung. Umgestürzte Bäume,
abgedeckte Häuser und zerstörte Infrastruktur wie Verkehrswege und Stromversorgung waren nur
einige Auswirkungen der bis zu 110 km/h starken Windböen. Keine Entlastung gab es auch am
Dienstag für die Einsatzkräfte der Feuerwehren Oberösterreichs: Während der Großteil der
Bevölkerung geschlafen hat, waren freiwillige Helfer im ganzen Bundesland weiterhin im Einsatz.


Massiver Großeinsatz für OÖ. Feuerwehren
Für den Norden Oberösterreichs wurde bereits am Montag von der ZAMG die Warnstufe Rot
ausgegeben. Insgesamt bedeute das Sturmtief Sabine für die oö. Feuerwehren bisher einen massiven
Großeinsatz: 5.500 Einsatzkräfte aus 365 Feuerwehren mussten bislang insgesamt mehr als 1.300
Einsätze abarbeiten. Teils unter schwierigsten und hochgefährlichen Bedingungen haben die
Einsatzkräfte Straßen freigeräumt und eingeschlossenen Fahrzeuge von umgestürzten Bäumen
freigeschnitten. Zudem mussten sie beschädigte Hausdächer provisorisch versorgen, um
Folgeschäden zu verhindern.

Tagesgeschäft macht keine Pause
Die Aussichten stehen aktuell auf Wetterberuhigung, am Dienstag rechnet die ZAMG mit
Windspitzen von bis zu 80 km/h, für morgen noch einmal abgeschwächte 60 km/h. Für die
Feuerwehren kommt die Entspannung dennoch erst nach den zahlreichen Aufräumarbeiten, die
vielerorts noch geleistet werden. Für weitere Einsätze ist man jedenfalls gerüstet - das zeigen u.a.
zwei parallel zu den Sturmeinsätzen laufende Brände in Perg und Taufkirchen an der Pram.
Während bei einem Bauernhofbrand in Perg unzählige Hühnerküken von 10 Feuerwehren gerettet
werden konnten, standen sieben Feuerwehren in Taufkirchen an der Pram bei einem
Wohnhausbrand im Einsatz. Hier war ein Blitzschlag die vermutete Brandursache, die zum Brand des
Wohnhauses führte. Dank des flächendeckenden Netzes an Feuerwehren in Oberösterreich wird
rasche und unkomplizierte Hilfe vor Ort jedenfalls sichergestellt - egal ob Sturm, Brände oder
Der Bevölkerung wird weiterhin geraten, Waldstücke zu meiden und Gegenstände entsprechend zu
sichern. Zu herabhängenden Stromleitungen sollte unbedingt ein entsprechender Sicherheitsabstand
gehalten werden.

Rettungsfahrzeug eingeklemmt
Einen besonders fatalen Einsatz gab es am Montag, 10.02., in Piberschlag im Bezirk Rohrbach: Ein
Rettungsfahrzeug war aufgrund des Sturms eingeschlossen worden, es musste von den umgestürzten
Bäumen freigeschnitten werden. In Rainbach im Bezirk Schärding musste die Feuerwehr sechs
Menschen aus einem Waldstück freischneiden. Sie waren mit ihren Fahrzeugen zwischen den

umgestürzten Bäumen eingeschlossen. Ebenfalls im Bereich Rainbach ist die Feuerwehr zu einer
besonderen Notstromversorgung ausgerückt: Eine Frau, die über strombetriebene medizinische
Geräte versorgt wird, war auf die Hilfe der Feuerwehr angewiesen, da der Strom in dieser Gegend
ausgefallen ist.

PKW auf B38 eingeschlossen
Sechs eingeschlossene PKW auf der B38 zwischen Haslach und Rohrbach haben die Freiwillige
Feuerwehr Haslach gegen 09:00 Uhr auf Trab gehalten. Die Straße war durch umgestürzte Bäume
blockiert worden, die sechs Fahrzeuginsassen konnten das Waldstück nicht verlassen und waren
aufgrund der Möglichkeit weiterer umstürzender Bäume akut gefährdet. Die Einsatzkräfte waren
innerhalb kürzester Zeit vor Ort, um die Straße zu räumen und die Insassen aus der Gefahrenzone zu
befreien. In Münzkirchen kam ein Bus auf Grund einer Windböe von der Straße ab. Der Bus hatte
zum Zeitpunkt des Unfalls keine Fahrgäste, der Fahrer selbst blieb unverletzt. Mehr als die Hälfte der
64 Feuerwehren des Bezirks Schärding waren bis Mittag im Einsatz.