GASTKOMMENTAR. Nun hat auch Steyr seinen „Spaziergang“ der Unwuchten. Die Berichte legen nahe, dass alles friedlich verlaufen ist. Das ist schon mal was positives. Die „Maulhuren“ vom RTV haben einen Bericht darüber erstellt. Der Begriff „Maulhuren“ stammt übrigens nicht von mir, ...

sondern von einem Herrn aus Tamsweg, der die Spaziergänge initiiert hat und der sich „Gesundheitsmechaniker“ nennt. In seinen Youtube-Filmchen beschimpft er Journalisten recht oft und penetrant als „Maulhuren“. Die Kollegen vom RTV haben das vermutlich nicht gewusst, sie lassen den Demotouristen zum Spaziergang in Steyr ausführlich zu Wort kommen. Geschmackssache, aber bitte.

Ein paar Anmerkungen an die Adresse der „Spaziergänger“:

  1. Die „Spaziergänge“ richten sich gegen die Maßnahmen der Regierung in Sachen Pandemie. Ich vermute, dass sich die Regierung nicht beeindrucken lässt.
  2. Selbst wenn Kurz weg ist, wären die Maßnahmen nicht weg. Maßnahmen wie bei uns gibt es so ziemlich überall in der zivilisierten Welt, ganz unabhängig davon, wer an der Macht ist.
  3. Na ja, die Maßnahmen wären weg, wenn die FPÖ an der Macht ist. Das hat man beim gestrigen Auftritt von FPÖ-Chef Herbert Kickl bei der Diskussion „Im Zentrum“ gesehen. Kickl würde die Österreicher vermutlich anstiften, sich gegenseitig abzuschlecken, um endlich zu beweisen, dass Corona nicht mehr ist als ein Schnupfen.
  4. Irgend jemand muss es Euch sagen: Der Virus lässt sich auch nicht beeindrucken. Eventuell hat er sogar ein wenig Freude, wenn viele Menschen ganz stolz gemeinsam ohne Maske auflaufen.
  5. Eine Pandemie ist nicht zu Ende, weil es uns reicht mit den unangenehmen Maßnahmen. Die unangenehmen Maßnahmen sind aber nötig, dass die Pandemie einmal zu Ende geht. Ihr Spaziergänger zögert das hinaus. Finden wir den Fehler gemeinsam?
  6. Ein Mund- und Nasenschutz ist nicht sinnlos, weil er uns unangenehm ist beim Einkaufen und bei Massenaufläufen.
  7. Ein Mund- und Nasenschutz bei einer Demo ist auch für Stadtrat Mario Ritter und Vizebürgermeister Helmut Zöttl gesetzliche Vorschrift. Darauf demonstrativ zu verzichten, ist ein bisserl so, wie als Politiker besoffen mit dem Auto zu fahren, um dann am nächsten Tag damit zu prahlen, dass man gut heimgekommen ist. Das kann hie und da klappen, es ist aber trotzdem falsch.
  8. Wer sich an Abstandsregeln hält und Masken trägt, wenn er mit Menschen zusammentrifft, der ist kein a) Schlafschaf b) Kurz-Anbeter oder c) kein Befürworter einer Diktatur (bitte gewünschtes auswählen) sondern: er nimmt Verantwortung einfach ein bisserl ernst. Das ist leider für viele ein Fremdwort, offenbar auch für zwei Mitglieder der Stadtregierung.

Ein Gastkommentar von Christian Kreil.

Christian Kreil („Stiftung Gurutest“) schreibt seit drei Jahren rund um Esoterik, Verschwörungsplauderei und Pseudomedizin. Am 15. Februar erscheint sein Buch "Fakemedizin".