STEYR. Der erneute Lockdown hat die österreichische Gastronomie erneut schwer getroffen. Bis 7. Feb. 2021 (Stand: 17. Jänner 2021) müssen Gastronomiebetriebe geschlossen bleiben und dürfen ihre angebotenen Speisen nur zur Abholung anbieten oder einen Lieferservice bereitstellen. Auch Hans Mader, ...

Inhaber des Landhotel Mader am Steyrer Stadtplatz, und seine Angestellten mussten im Jahr 2020 ihren gewohnten Arbeitsalltag umkrempeln und sich an die schwierige Lage anpassen.

Ab dem 15. März 2020 galten in ganz Österreich besondere Maßnahmen, um die Ausbreitung des Corona-Virus eindämmen zu können. Für die Gastronomie bedeutete das eine Totalsperre. Hans Mader bezeichnet diese ersten Maßnahmen als „einen großen Schock und sehr schweren Schritt“, da man zu diesem Zeitpunkt noch keine genauen Vorstellungen hatte, wie die Kurzarbeit konzipiert werden sollte und welche Unterstützungen man wann und in welchem Ausmaß erwarten konnte. Mit Anfang April stellte man schließlich den gesamten Betrieb im Hotel und im Restaurant auf Kurzarbeit um.

„Wir haben immer relativ pünktlich die zugesagte Unterstützung vom Staat erhalten. Das war wirklich sehr wichtig, denn ohne diese finanzielle Hilfe wäre es ohne Kündigungen oder andere Maßnahmen überhaupt nicht gegangen“, so Mader. Auch der Fixkostenersatz im ersten Lockdown war wichtig für das Unternehmen, um den großen Verlust ein wenig ausgleichen zu können. Bis heute befinden sich 43 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Kurzarbeit.

Im Mai durften dann sowohl die Gastronomie als auch die Hotels wieder öffnen. Die Servicemitarbeiter und -mitarbeiterinnen mussten während der Arbeit den Mund- Nasen-Schutz tragen, für Gäste galt diese Regelung nur, bis sie dann einen Platz zugewiesen bekommen haben. Generell wurden die MNS- und Abstandsregelungen laut Mader von den Kunden immer gut eingehalten und befolgt. Nach einiger Zeit lockerte und normalisierte sich die Situation dann, die Gastgärten waren gut besucht und die Gastronomie konnte wieder etwas aufatmen. „Überraschenderweise hat sich alles recht rasch wieder eingependelt. Es wurden relativ schnell die Umsätze vom Sommer des Vorjahres erreicht, was natürlich alle sehr gefreut hat. Das Corona- Thema ist in dieser Zeit wirklich sehr in den Hintergrund geraten“, erzählt Mader. Man habe gemerkt, dass die Leute froh waren, wieder fort gehen zu können.

Alles in allem gab es keine großen Schwierigkeiten mit der Einhaltung der Regelungen. Als dann aber im Spätsommer die Mund-Nasen-Schutz-Pflicht etwas gelockert wurde, stand man vor einer großen Herausforderung. Vor allem beim bekannten Sonntagsbrunch, bei dem oftmals an die 100 Leute anwesend waren, kam es zu Diskussionen und Ärger, da eine Hälfte mit Maske unterwegs war, die andere Hälfte ohne, weil es keine Pflicht mehr gab. „Einige Leute waren dann sehr zornig, wenn andere Gäste ohne Maske unterwegs waren. Es gab zwar überall etwas zum Desinfizieren und der Abstand konnte eingehalten werden, trotzdem war es nicht gut, dass viele den Mund-Nasen-Schutz weggelassen haben. Wenn man das Ganze aus diesem Blickwinkel betrachtet, versteht man die verschärften getroffenen Maßnahmen dann schon“, so Mader.

Momentan wird spekuliert, wann die Gastronomie nach dem momentanen Lockdown wieder öffnen soll beziehungsweise kann. Mit einer erneuten Normalisierung und Erholung der Lage rechnet Hans Mader allerdings noch lange nicht. Erst wenn die Gastgärten wieder öffnen können, also in etwa im Mai, wird sich laut ihm alles wieder mehr einpendeln.

„Bis dahin werden wir auf sehr kleiner Flamme kochen.“
Während der ganzen Zeit war es Geschäftsreisenden möglich, in Hotels zu nächtigen. Eine kleine Gruppe von Arbeitern aus Deutschland verbrachte beide Lockdowns im Hotel Mader, während sie in einem Steyrer Unternehmen an einem Maschinenbau-Projekt mitwirkte. Während dieser Zeit entstanden Freundschaften und ein besonderer Zusammenhalt zwischen den Arbeitern und dem Team des Landhotel Mader. „Es ist ein schönes Gefühl, dass wir gerade in der Zeit vor Weihnachten eine Heimatbasis für Leute bieten konnten, die fern weg von zuhause arbeiten mussten“, so Hans Mader. Generell gestaltete sich dieses Weihnachten anders als die Jahre davor. Die Adventwochenenden konnten das erste Mal seit langem in Ruhe mit der Familie verbracht werden.

„Alles in allem probieren wir natürlich auch, zu den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern guten Kontakt zu halten“, so Mader. Durch den angebotenen Take-Away-Service, einige Zoom-Meetings und das Abendmenü für die Hotelgäste konnte man sich zumindest ab und an sehen. „Der Zusammenhalt ist auf jeden Fall da, aber es verliert sich natürlich alles ein bisschen.“

Ob die Gastronomie am ab 7. Feb. 2021 wieder normal geöffnet werden kann, bleibt abzuwarten.

Melanie Gelsinger, für e-steyr.com.