STEYR. Wenn die Sehkraft schwindet, ist guter medizinischer Rat gefragt und unter Umständen auch eine Operation notwendig. Eingriffe an den Augen sind zwar besonders sensibel, können heute aber etwa bei Beeinträchtigungen durch grauen Star oder Netzhautablösungen sicher und schnell durchgeführt werden ...

Wie enorm die Fortschritte in diesem Bereich sind, zeigt sehr anschaulich die Augenheilkunde am PEK Steyr, die sich innerhalb von fünf Jahrzehnten zur hochmodernen Anlaufstelle für Erkrankungen und Störungen am Auge entwickelt hat.

Vor über 50 Jahren, 1970, fanden die ersten Behandlungen von PatientInnen mit Augenerkrankungen am damaligen Landes-Krankenhaus – dem heutigen Pyhrn-Eisenwurzen Klinikum – Steyr erstmals auf einer eigenen Station statt. Sieben Jahre später, am 2. Jänner 1977, wurde aus der kleinen Station mit 30 Betten, einem Ambulanzraum mit Nebenzimmer, einem OP-Saal und nur einem Konsiliararzt schließlich eine offizielle Abteilung. Den Grundstein für diese Entwicklung, die die mittlerweile große und moderne Abteilung für Augenheilkunde und Optometrie erst ermöglichte, legte der damalige Leiter Prim. Dr. Klaus Fanta. Er sorgte nicht nur innerhalb eines Jahres für die Errichtung und die moderne Ausstattung der Abteilung, sondern auch für die danach folgenden räumlichen und technischen Erweiterungen. „Weil es nur einen Ausbildungsassistenten und einen Turnusarzt gab, stand Primar Fanta auch noch selbst jeden Tag stundenlang im OP-Saal“, erzählt der der jetzige Abteilungsleiter Prim. Dr. Felix Buder.

Rund 5000 Augenoperationen jährlich
50 Jahre später finden am PEK Steyr etwa 5000 Augenoperationen pro Jahr statt. „Sieben Ärztinnen und Ärzte, zwei Orthoptistinnen und das kompetente Pflegekräfteteam versorgen jährlich rund 11.000 ambulante und 3.300 stationäre Patientinnen und Patienten, die meisten davon in Form von tagesklinischen Eingriffen“, sagt Prim. Dr. Felix Buder, Leiter der Abteilung.

Vom vierwöchigen Aufenthalt zum tagesklinischen Eingriff
Mit deutlich verbesserten Behandlungsmethoden und OP-Techniken verkürzte sich auch die Aufenthaltsdauer der PatientInnen immer weiter. „Für eine Operation des grauen Stars waren 1970 noch bis zu vier Wochen Klinikaufenthalt und das Tragen einer schweren Starbrille nötig, weil keine Linsen implantiert wurden. Außerdem musste das Auge vor 50 Jahren zur Hälfte geöffnet werden, während es heute nur noch zwei Millimeter sind“, erklärt Prim. Buder. „Der Großteil der Eingriffe findet tageschirurgisch statt, das heißt, die Patientinnen und Patienten kommen am Morgen und gehen am Abend wieder nach Hause.“ Dabei arbeiten AugenärztInnen ohne Messer, mit weniger Feinwerkzeug und dank Ultraschall mit höchster Präzision. „Mit unserem neuen Femtosekundenlaser können wir wichtige Schritte wie die Öffnung der Linsenkapsel und die Zerkleinerung des Linsenkerns sogar noch exakter und sicherer durchführen. Außerdem schont das Gerät das Augengewebe, weil beim Schneiden keine Wärme erzeugt wird“, erklärt der Mediziner.

Wohnortnahe Augenheilkunde auf höchstem Niveau
Zu den Jahr für Jahr durchgeführten 15.000 Behandlungen zählen allem voran sogenannte kataraktchirurgische Eingriffe wie beim grauen Star, Glaskörper-Netzhaut-Operationen, Glaukom- und Lidchirurgie sowie Laserbehandlungen an der Netzhaut. Dazu kommen jährlich Tausende PatientInnen mit Makuladegeneration, einer Erkrankung der Netzhaut im hinteren Augenbereich, die zu einem fortschreitenden Sehverlust führt. Betroffene werden in mittlerweile zwei Eingriffsräumen behandelt. Mit einem weiteren tagesklinischen OP-Saal kann das Team seit 2009 auch der wachsenden Anzahl an intraokularen Eingriffen noch besser nachkommen.

„Gemeinsam mit der ebenfalls 2009 im Haus etablierten Sehschule, durch die wir schielende PatientInnen noch umfassender betreuen können und die operative Versorgung optimiert haben, decken wir nun seit einigen Jahren das gesamte Spektrum der Augenheilkunde auf höchstem Niveau ab. Für die Menschen in der Region sind wir in der Gesundheitsversorgung eine sehr wichtige Anlaufstelle“, betont der Ärztliche Direktor Dr. Michael Hubich, MBA.

Unten: Das Team der Abteilung für Augenheilkunde am PEK Steyr.