STEYR/OÖ/WIEN. Zutiefst enttäuscht zeigt sich die Steyrer SPÖ über das Verhalten von Elisabeth Feichtinger, Bürgermeisterin von Altmünster. Diese wird - entgegen eines eindeutigen Beschlusses des SPÖ-Landesparteivorstandes - nicht auf das ihr wahlrechtlich zustehende Mandat verzichten ...

Das durch den Wechsel von Ing. Markus Vogl in die Steyrer Stadtregierung frei werdende Nationalratsmandat sollte - gemäß Beschluss des Landesparteivorstandes der SPÖ Oberösterreich - an den BMW-Arbeiterbetriebsratschef Andreas Brich gehen. Damit es dazu kommt, wäre es jedoch nötig, dass Elisabeth Feichtinger - derzeit Bürgermeisterin in Altmünster (Bez. Gmunden) - auf das Mandat verzichtet. Die 33-Jährige, die von 2017 bis 2019 bereits für die SPÖ im Nationalrat war, verzichtet jedoch nicht.

Hackl: „Egotrip von Feichtinger ist unerträglich“
„Dieser Egotrip von Elisabeth Feichtinger ist unerträglich und muss Konsequenzen haben“, stellt der Steyrer Bürgermeister Gerald Hackl fest. "Wir fordern daher ein Parteiausschlussverfahren und werden einen entsprechenden Antrag an das Landesparteischiedsgericht stellen“, so Hackl. Monatelang und in einer Vielzahl von Gesprächen in verschiedensten Zusammensetzungen habe man versucht, bei Feichtinger ein Umdenken herbeizuführen, sei aber bei ihr Unverständnis gestoßen.

„Elisabeth Feichtinger interessieren parteiinterne Abkommen und Beschlüsse null Komma Josef. Für ihren vermeintlichen persönlichen Vorteil setzt sie sich unverfroren darüber hinweg und inszeniert sich - wenn es in der Diskussion eng wird - mit einem treuherzigen Blick auch noch als armes Opfer, das unter Druck gesetzt wird“, meint Hackl. Feichtinger steht das Mandat jedoch wahlrechtlich zu, da sie seinerzeit von der SPÖ Oberösterreich als Nächstgereihte hinter Markus Vogl auf der Bundesliste nominiert wurde.

"All das sind klare Indizien für eine große Portion an Selbstüberschätzung, über die man nur den Kopf schütteln könne", führt Hackl weiter aus. „Wer sich, wie die Genossin Feichtinger, derart kaltschnäuzig und aus reinem Eigennutz gegen die Partei stellt, hat in unserer Gesinnungsgemeinschaft keinen Platz. Hier müssen wir eine klare Grenze ziehen, wenn wir als Partei mit gültigem Statut glaubwürdig bleiben wollen“, schließt Hackl.

Feichtinger will "öffentliche Auseinandersetzung vermeinden"
„Mit Blick auf die gemachten Äußerungen könnte ich vieles erwidern, welche diese in einem anderen Licht erscheinen lassen würden. Ich nehme jedoch davon Abstand, weil ich eine solche öffentlich geführte Auseinandersetzung - vor allem zum Wohle unserer Partei - vermeiden will.“, so Feichtinger gegenüber der Krone.

Unten: Elisabeth Feichtinger, Bürgermeisterin Altmünster (SPÖ). Bildquelle: Facebook.