STEYR. Das neue Jahr bringt große Veränderungen in der Steyrer Stadtpolitik. Die SPÖ-Fraktion hat in der heutigen Gemeinderatssitzung beide Vizebürgermeister nachbesetzt. Außerdem ziehen neben dem frischgebackenen Vizebürgermeister Ing. Markus Vogl drei weitere Sozialdemokraten neu in den Gemeinderat ein ...

Hauser geht nach 23 Jahren
Wilhelm Hauser, der seit 1997 im Gemeinderat, ab 2003 dann im Stadtsenat, ab 2012 als zweiter Vizebürgermeister und ab November 2015 als erster Vizebürgermeister der Stadt Steyr tätig war, ist am 7. Jänner 2021 in den Ruhestand getreten. Ab 2012 war er auch SPÖ-Fraktionsobmann. Der 65-Jährige war zuletzt für die Liegenschaftsverwaltung, die Feuerwehrangelegenheiten und die Kommunalbetriebe zuständig. Außerdem war er Aufsichtsratsvorsitzender der Stadtbetriebe Steyr (SBS) GmbH und Obmann des Wasserverbandes Region Steyr. In der Funktion in den SBS engagierte er sich unter anderem für einen modernen öffentlichen Verkehr und eine saubere Umwelt. In seiner Amtszeit wurde etwa ein Nachtbus eingeführt, die Busflotte erneuert und die Aktion „Steyr putzt“ ausgebaut.

Im Bereich der Feuerwehr ist nicht nur das Zeughaus für den Löschzug 4 in Christkindl neu errichtet worden, sondern man hat auch alle anderen Stützpunkte modernisiert und ausgebaut beziehungsweise für den Löschzug 2 alle Vorbereitungen dafür getroffen. Auch die technische Ausstattung der Steyrer Feuerwehr wurde immer wieder auf den neuesten Stand gebracht und erweitert.

Im Bereich der Liegenschaften wurden in der jüngeren Vergangenheit mit Hilfe eines EU-Projektes die Aufforstung des Schutzwaldes im Brunnenschutzgebiet umgesetzt, viele Sanierungen und bauliche Maßnahmen in Schulen und Kindergärten durchgeführt und das Alte Theater mit neuem Vordach und Vorplatz ausgestattet. In die Amtszeit von Wilhelm Hauser fallen ebenso die Neugestaltung des Rathaus-Innenhofes, die neue öffentliche WC-Anlage am Stadtplatz sowie das neue Musikheim für die Stadtkapelle. Für Hauser war vor allem auch im Hinblick auf die heuer stattfindende Landesausstellung vor allem die Umgestaltung des Steyrer Stadtzentrums ein großes Projekt.

Neben der Neugestaltung von Grünmarkt, Stadt- und Brucknerplatz bereichern nun etwa auch „Wanderbäume“ und die „Klingenden Bänke“ das Stadtbild. Wichtig war ihm immer, dass in der Stadt das Leben spürbar ist und somit auch der Wirtschaft, der Gastronomie und dem Markt sowie verschiedensten Veranstaltungen der nötige Platz zur Verfügung steht. „Besonders liegt es mir am Herzen, mich bei allen Mitarbeiter*innen des Magistrates, der Stadtbetriebe Steyr GmbH und der Kommunalbetriebe Steyr zu bedanken, ohne deren Engagement vieles nicht möglich gewesen wäre“, sagt Wilhelm Hauser zum Abschied.

Vogl neuer Vize-Stadtchef
Wilhelm Hauser wurde von Ing. Markus Vogl abgelöst. Der 50-jährige Gleinker war seit 2013 Abgeordneter zum Nationalrat und beruflich mehr als 20 Jahre bei MAN, wo er auch als Chef des Angestelltenbetriebsrates tätig war. In Steyr will er sich in erster Linie für den Erhalt der Industriearbeitsplätze in Steyr einsetzen. Die Schließung des MAN-Werkes muss mit aller Kraft verhindert werden. Auch die Digitalisierung, etwa in der Verwaltung und dem öffentlichen Verkehr, sind wichtige Zukunftsthemen für den frischgebackenen Vizebürgermeister. Vogl wird im Herbst für das Amt des Bürgermeisters kandidieren. Er ist verheiratet und hat zwei erwachsene Töchter.

Demmelmayr folgt Weixlberger
Vizebürgermeisterin Ingrid Weixlberger übergab nach 26 Jahren als Gemeinderätin, 17 Jahren als Stadträtin und fünf Jahren als Vizebürgermeisterin an Anna-Maria Demmelmayr, MA. Weixlberger war zuletzt unter anderem für Kindergärten und Horte, Jugendangelegenheiten, Frauenangelegenheiten und den Wohnbau zuständig.

Meilensteine gelangen ihr 2006 mit der Gründung des Netzwerk FLOW zur Prävention von Suchtmittelmissbrauch oder 2019 mit der Eröffnung des städtischen Jugendzentrums. Auch die Entwicklung der GWG zum modernen Wohnbauträger war ihr ein Anliegen, 2019 erreichte die GWG für das Projekt „Wohnen am Fluss“ den ersten Platz beim Oö. Wohnbaupreis. In ihrer Amtszeit wurden die städtischen Kindergärten als gesunde Kindergärten zertifiziert sowie ein Musik- und Bewegungskindergarten geschaffen. Frauenpolitisch ist die Gründung des „Bündnis 8. März“ hervorzuheben, das Weixlberger 2013 initiierte und in dem mittlerweile 18 Frauenorganisationen mitarbeiten.

Auf Weixlberger folgt Anna-Maria Demmelmayr, MA, die seit 2018 dem Gemeinderat angehört. Demmelmayr hat Soziale Arbeit in Linz studiert und war als Familiensozialarbeiterin beim Magistrat Steyr beschäftigt. Die Ziele der 29-Jährigen sind in erster Linie die Weiterentwicklung der sozialen Musterstadt Steyr und die Schaffung leistbaren Wohnraumes.

Drei neue im Gemeinderat
Christian Baumgarten, geboren am 16. Oktober 1965, ist Vorsitzender des SPÖ-Stadtteilverbandes Ennsleite und leitet seit Jänner 2017 die Fachabteilung für Schule und Sport beim Steyrer Magistrat. Mit ihm neu im Stadtparlament ist die 42-jährige Evelyn Schröck, die bei der Stadtgärtnerei beschäftigt ist. Das neue SPÖ-Trio komplettiert Georg Stimeder, der neben dem Studium Busfahrer bei den Stadtbetrieben war und zuletzt als Bezirksgeschäftsführer der SPÖ Steyr tätig war. Mittlerweile arbeitet der 28-jährige in der Personalvertretung am Magistrat.

Zwei Frauen beenden ihre Gemeinderatstätigkeit. Die 65-jährige Pensionistin Anneliese Zimmermann war seit 2015 Mitglied des Stadtparlaments und vor allem im Kultur. und Kunstbereich aktiv. Die 35- jährige Volksschullehrerin Birgit Schörkhuber engagierte sich vor allem für Kulturthemen und Jugendpolitik. Sie war seit 2009 Gemeinderätin und will sich nun verstärkt um Beruf und Familie kümmern.

Dank von allen Fraktionen
Im Gemeinderat bedankten sich alle Fraktionen für die respektvolle und sachliche Zusammenarbeit. Auch wenn man nicht immer einer Meinung gewesen sei, so sei die Zusammenarbeit immer auf Augenhöhe gewesen und das politische Klima in der Stadt Steyr ein gutes. In Steyr stehen die Interessen der Steyrerinnen und Steyrer immer über den Interessen der Parteien. Gerade Ingrid Weixlberger und Wilhelm Hauser hatten auch über die Parteigrenzen immer ein offenes Ohr für Ideen und Anregungen.

Unten: Christian Baumgarten
Darunter: Evelyn Schröck
Darunter: Georg Stimeder