STEYR. „Nach fast einem Jahr Ausnahmezustand wird es allmählich mühsam, die Landes- und Bundesregierung immer wieder daran zu erinnern, dass es auch Familien gibt, in denen beide Eltern berufstätig sind und die nicht auf Zuruf alle Kinderbetreuungspläne über den Haufen werfen können“, ärgert sich ÖGB-Steyr- Frauenvorsitzende Barbara Bichler über die überfallsartige Verlegung der Semesterferien in Oberösterreich ...

„Bei uns melden sich dutzende Mütter, die ihren Urlaub bereits fix vereinbart haben – nur jetzt leider in der falschen Woche!“, sagt ÖGB-Regionalsekretär Mario Roitmair.

Homeoffice ist nicht vereinbar mit Kinderbetreuung
Wenig hilfreich sei außerdem der ständige Hinweis darauf, dass die Kinder nach Möglichkeit zuhause betreut werden sollen – zumal es ja in vielen Firmen Homeoffice gebe. „Wer es schon probiert hat, der weiß, dass sich Homeoffice und Kinderbetreuung nicht vereinbaren lassen. Sollen Kindergarten- oder Volksschulkinder für acht Stunden vor dem Fernseher geparkt werden, damit die Eltern ungestört arbeiten können?“, wundert sich Bichler über so viel Realitätsverweigerung. „Offenbar wird billigend in Kauf genommen, dass Mütter ihren Job aufgeben, weil sie nicht mehr wissen, wie sie mit Homeschooling und Ferienwirrwarr zurechtkommen sollen.“

Test- und Betreuungskonzepte für Kinderbildungseinrichtungen und Schulen
Die ÖGB-Frauen fordern von der Landes- und Bundesregierung endlich ein geplantes und ordentlich kommuniziertes Konzept für die Schulen und Kinderbildungseinrichtungen. „Nach all den Erfahrungen im letzten Jahr kommt es jetzt schon wieder zu völlig unvorhersehbaren Schnellschüssen im gesamten Kinder- und Jugendbildungsbereich.

Gäbe es eine ordentliche Teststrategie und überlegte Konzepte, müsste nicht ständig zugesperrt werden. „Folgeschäden für junge Menschen und massive Jobprobleme für Eltern würden sich vermeiden lassen, wenn sich endlich einmal jemand ernsthaft Gedanken machen würde, wie Bildung und Betreuung in den Einrichtungen ermöglicht werden kann, statt immer den einfachen Weg zu gehen und alles bei den Eltern abzuladen“, meint Bichler.