STEYR. Mit dem Anstieg der Lebenserwartung nehmen in der heutigen Zeit auch die Gefäßerkrankungen, speziell im Bereich des Gehirns und der Beine, laufend zu. Die Behandlung derartiger Erkrankungen erfordert zunehmend komplexere Therapieansätze ...

Am Landes-Krankenhaus Steyr begegnet man dieser Herausforderung mit der Bündelung von Fachwissen. Ein kürzlich errichtetes Gefäßboard macht genau dies möglich – eine individuell an die Patient/-innen angepasste Diagnose und modernste medizinische Behandlungsansätze, die auf eine enge und intensive Zusammenarbeit von Expert/-innen aus unterschiedlichen Fachbereichen aufbauen.

Die Arterienverkalkung (Arteriosklerose) ist eine der häufigsten Ursachen für eine Gefäßerkrankung. Ablagerungen in den Gefäßwänden bilden Engstellen (Stenosen), die unbehandelt beispielsweise zu Schlaganfall oder Herzinfarkt führen können. An der Neurologischen Abteilung im Landes-Krankenhaus Steyr werden jährlich über 1.600 Gefäßuntersuchungen (Carotisultraschalluntersuchungen) durchgeführt. „Besonders im Bereich der Karotis-Stenosen, also bei Verengungen der hirnversorgenden Gefäße und bei Verengungen der Beinarterien ist häufig ein sehr spezifischer Therapieansatz notwendig“, sagt Prim.a Dr.in Eva Laich, Leiterin der Abteilung für Neurologie am LKH Steyr.

Hier kommt dem Gefäßboard des Landes-Krankenhauses Steyr eine besonders wichtige Rolle bei der optimalen Therapieplanung für die betroffenen Patient/-innen zu. Einmal pro Woche treffen sich Expert/-innen aus den Fachrichtungen der Radiologie, der Chirurgie und der Neurologie, um gemeinsam eine maßgeschneiderte Therapieempfehlung für die Betroffenen zu erarbeiten. Behandelnde Ärzt/-innen aus unterschiedlichsten Fachbereichen des Hauses können hier Patient/-innen vorstellen und in weiterer Folge Erfahrungen und Know-how austauschen.

„Diese enge Zusammenarbeit ist ein wirklicher Gewinn, sowohl für uns Mediziner/-innen, als auch für unsere Patient/-innen, die natürlich in weiterer Folge von einer optimierten und hoch qualitativen medizinischen Behandlung profitieren“, sagt die Expertin.

 

Wohnortnahe Spitzenmedizin auch bei spezifischen Gefäßerkrankungen

Über das Gefäßboard nützt das LKH Steyr auch die Möglichkeit eines spitalsübergreifenden Informationsaustausches. So kommt es etwa bei besonders schwerwiegenden oder spezifischen Erkrankungen von Gefäßen, die das Gehirn versorgen, zu einer engen Zusammenarbeit mit den Expert/-innen der Landes-Nervenklinik Linz.

„Zu einem früheren Zeitpunkt hätten bestimmte Erkrankungen einen Aufenthalt in einer Spezialklinik nach sich gezogen“, sagt Prim.a Laich abschließend, „durch die Einführung des Gefäßboards in unserem Spital sind wir heute in der Lage, unseren Patient/-innen ein umfassendes medizinisches Wissen, die neuesten Methoden zur Früherkennung und Diagnostik sowie eine individuell angepasste Therapie im Bereich der Gefäßkrankheiten direkt im Krankenhaus ihrer Heimatregion anzubieten.“

 Bild: An der Neurologischen Abteilung im LKH Steyr werden jährlich über 1.600 Gefäßuntersuchungen (Carotisultraschalluntersuchungen) durchgeführt. Foto: gespag.