STEYR. Am Freitag, 18. März, lud die Radlobby Steyr den Vorsitzenden der Radlobby Oberösterreich, Gerhard Fischer zu einem Lokalaugenschein ein. Angesichts der neu beschilderten Radrouten in orange für die R7 (Nord-Süd) und rosa für die R8 (-Ost-West) sowie des kürzlich fertiggestellten Rad-und Fußgängerübergangs am Posthofberg, gab es einiges zu prüfen ...

Schon bei der Anreise per Zug - das Rad im Gepäck - ab Ennsdorf, konnte sich Fischer einen Eindruck der Rad-Abstellanlagen an den Haltestellen der Umlandgemeinden auf der Strecke machen, die für Pendler:innen wichtig sind: „In Herzograd und Ernsthofen war die Situation perfekt, in Ennsdorf sowie Ramingdorf-Haidershofen gibt es zwar überdachte aber leider völlig veraltete Felgenkiller.“ Bei der Ankunft in Steyr-Münichholz fand er dann zwar ideale Radständer vor, die aber leider nicht überdacht waren.

Eine gute Infrastruktur und sichere Abstellplätze erleichtern den Umstieg vom Auto aufs Rad jedoch maßgeblich! Für die geplante Rad-Abstellanlage am Steyrer Bahnhof gibt es leider aufgrund von Kompetenz-Gezerre auch für die nächsten zwei Jahre keine Verbesserung! Der Weg ins Steyrer Zentrum, der bei Zwischenbrücken durch den Wehrgraben weiter in Richtung Krankenhaus führt, wurde jedoch größtenteils gelobt. Wenn auch die alte Beschilderung manchmal für Verwirrung sorgte und das Kopfsteinpflaster laut Fischer als „um etliches schlimmer als das, was wir in Linz auf der Landstraße als unzumutbar kritisieren“ ist, so hatte er auch Lob für die zahlreichen Fahrbahnanhebungen in der ganzen Stadt, besonders an der hinteren Resthofstraße, vor Zebrastreifen oder am Beginn von 30er-Zonen, welche den motorisierten Verkehr dazu bringen tatsächlich die Geschwindigkeit zu reduzieren.

Besonders hervorzuheben ist auch, dass es in der Dukartstraße (Abzweigung Jet-Tankstelle) gelungen ist, aufgrund eines dort fehlenden Radweges Tempo 30 für Radfahrende zu erwirken, was für deren Sicherheit das Minimum ist. In Oberösterreich ist dies sonst ein sehr schwieriges Unterfangen!

Was die Überfahrt vom Einkaufszentrum HEY! zum Resthof angeht könnten Fischers Worte jedoch nicht klarer sein: „Ein regelrechtes Dé​jà-vu habe ich zur Steyregger Brückensanierung 2016 bei den dort von oben montierten Geländern gehabt. Anstatt einer stirnseitigen Montage wurden mehr als 60 cm an nutzbarer Breite verschenkt, und damit eine den Vorschriften entsprechende Umsetzung ohne nennenswerte Zusatzkosten fast fahrlässig vergeben!“ Er geht sogar so weit zu sagen, dass der OÖ Radverkehr Check an diesem Projekt kläglich versagt hat.

Als besonders gefährlich ist auch die Kreuzung der Radhauptroute R7 im Norden der Stadt (Vorrangstraße Marlen-Haushofer-Str./Resthofstraße) einzustufen. Auf dieser völlig unübersichtlichen Kreuzung sollte vorzugsweise der Radverkehr den Vorrang bekommen, um Unfällen vorzubeugen. Mit einer gut ersichtlichen Bodenmarkierung ist auch den PKWs und LKWs geholfen, für welche dort noch gar nicht erkennbar ist, dass sich hier eine Radroute befindet! Was ist Ihre Meinung dazu? Die Radlobby Steyr freut sich jedenfalls über Rückmeldungen und Interesse an deren Lobbyarbeit für mehr - sowie kinder- und seniorenfreundliche aktive Mobilität in Steyr! Bei den aktuell explodierenden Spritpreisen liegt der finanzielle Vorteil beim Radfahren klar auf der Hand. Rechnen Sie es sich aus! Zusätzlich erspart man sich viel Ärger am Weg zur Arbeit, die man auch entspannt ganz ohne Stau oder Parkplatzsuche erreichen kann.

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Unten: Gefährlicher Kreuzung Resthofstraße/Marlen-Haushoferstraße.