Oben: Das eindrucksvolle Röhren der Hirsche – manchmal tief und grollend, manchmal fast unheimlich – ist ein unvergessliches Erlebnis für Naturliebhaber. Foto © Österreichische Bundesforste.

STEYR-LAND. Wenn im Frühherbst die Tage kürzer und die Nächte kühler werden, erfüllt ein einzigartiges Naturschauspiel die Wälder des Nationalparks Kalkalpen: die Hirschbrunft. Zwischen Mitte September und Anfang Oktober hallen die tiefen, rauen Rufe – das sogenannte Röhren – der Rothirsche durch die Bergwälder. Nationalpark-Ranger der Österreichischen Bundesforste (ÖBf) machen dieses besondere Naturereignis mit geführten Touren für BesucherInnen hautnah erlebbar.

Der Rothirsch, größter frei lebender Pflanzenfresser Mitteleuropas, lebt den Großteil des Jahres verborgen im dichten Bergwald. Umso beeindruckender ist die Brunftzeit, in der die „Könige der Wälder“ ihre Anwesenheit unüberhörbar kundtun. „Die abnehmende Tageslichtlänge im Frühherbst löst bei Rotwild hormonelle Veränderungen aus, welche die Brunft in Gang setzen“, erklärt Michael Buchebner, Spezialist für Wildtiermanagement bei den Österreichischen Bundesforsten. In dieser Phase kämpfen die stärksten Hirsche um die Gunst der Hirschkühe: Mit lautem Röhren und imposanten Schaukämpfen signalisieren sie Kraft und Dominanz, nicht selten krachen dabei mächtige Geweihe aufeinander. Ziel ist es, ein Rudel zu gewinnen und gegenüber Rivalen zu verteidigen.

„Die Hirschbrunft ist nicht nur ein akustisch beeindruckendes Erlebnis, sondern auch eine sensible Phase für die Tiere“, betont Buchebner, der auch als Nationalpark-Ranger mit Besucherinnen und Besuchern Hirschbrunft-Touren durchführt. Störungen können den Energiehaushalt der Hirsche belasten und den Fortpflanzungserfolg beeinträchtigen. Besucherinnen und Besucher werden daher gebeten, auf den Wegen zu bleiben, in der Dämmerung nicht zu wandern, Abstand zu halten und laute Geräusche zu vermeiden.

Wer die Hirschbrunft miterleben möchte, findet im Nationalpark Kalkalpen geführte Touren mit ausgebildeten Rangern – so lässt sich das Schauspiel sicher, respektvoll und mit fachkundigen Erklärungen genießen. Geführte Hirschlos’n-Wanderungen finden heuer vom 13. bis 27. September im Bodinggraben bei Molln, im Reichraminger Hintergebirge oder in Roßleithen statt. Alle Termine sind unter https://www.kalkalpen.at/veranstaltungskalender abrufbar, die Anmeldung erfolgt online oder telefonisch in den Nationalpark-Informationszentren.

Das eindrucksvolle Röhren der Hirsche – manchmal tief und grollend, manchmal fast unheimlich – ist ein unvergessliches Erlebnis für Naturliebhaber und ein eindrucksvoller Beweis für die wilde Schönheit des Nationalparks Kalkalpen.

Foto © Österreichische Bundesforste.

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