STEYR. Das Museum Arbeitswelt eröffnet heute, 25. Oktober 2025 um 18 Uhr die Ausstellung „Blaues Hemd – Rotes Tuch“, die dem 100-jährigen Bestehen der Roten Falken gewidmet ist. Die Schau beleuchtet die Geschichte und Gegenwart der sozialistischen Jugendorganisation, die seit 1925 für Demokratiebildung, Solidarität, Selbstorganisation und Kinderrechte steht.
Zur feierlichen Eröffnung werden Bundespräsident a.D. Heinz Fischer sowie Vizekanzler und Kulturminister Andreas Babler erwartet. Im Anschluss an den Festakt kann die Ausstellung erstmals besichtigt werden.
Die vom Museum Arbeitswelt kuratierte Ausstellung zeigt die Entwicklung der Roten Falken von ihren Anfängen als Teil der Kinderfreunde bis heute. Thematisiert werden unter anderem die Zeltlagerpädagogik, Kinderrepubliken, der antifaschistische Widerstand sowie die Rolle der Falken als Impulsgeber für gesellschaftspolitische und pädagogische Innovationen. Die Ausstellung beleuchtet die Jugendorganisation im Kontext der Demokratie- und Friedensbildung im 20. Jahrhundert. Interaktive Stationen laden Besucher:innen zum Mitmachen ein.
Seit 1925 in Steyr aktiv
Inhaltlich knüpft die Ausstellung bewusst an die historischen Wurzeln der Bewegung in Steyr an: Bereits im Gründungsjahr 1925 engagierten sich die Roten Falken mit einer Solidaritätsaktion für die Kinder streikender Arbeiter:innen in Steyr – dokumentiert in berührenden Briefen und Berichten. Nur ein Jahr später fand im Sommer 1926 in Steyr das erste bundesweite Treffen der Roten Falken statt, das die Bewegung nachhaltig prägte und in der Öffentlichkeit verankerte.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der internationalen Vernetzung der Roten Falken. Schon in den ersten Jahren nach ihrer Gründung beschränkten sie ihre Arbeit nicht auf Österreich, sondern kooperierten mit befreundeten Organisationen in anderen europäischen Ländern. Heute sind die Roten Falken als Teil der International Falcon Movement – Socialist Educational International (IFM-SEI) weltweit mit gleichgesinnten Organisationen verbunden und auf vier von fünf Kontinenten aktiv. Internationale Camps, Austauschprogramme und gemeinsame Bildungsprojekte fördern seit Jahrzehnten den interkulturellen Dialog, die globale Solidarität und das gemeinsame Engagement für eine gerechtere Welt.
„Die Auseinandersetzung mit der Geschichte der Roten Falken war für das Museum Arbeitswelt in mehrfacher Hinsicht erkenntnisreich. Als Jugendorganisation mit Wurzeln in der Arbeiterbewegung verfolgten die Roten Falken von Beginn an das Ziel, Kindern und Jugendlichen neue Perspektiven zu eröffnen – ihnen Gemeinschaft zu ermöglichen, politische Bildung zu vermitteln und sie zur aktiven Mitgestaltung zu ermutigen. Die Ausstellung verdeutlicht, wie gesellschaftliches Engagement über Generationen hinweg wirksam wurde und bis heute zur Stärkung einer demokratischen Gesellschaft beiträgt.“ - Stephan Rosinger, künstlerischer Leiter, Museum Arbeitswelt.
„Die Roten Falken waren von Beginn an eine basisdemokratische Organisation, die Gemeinschaftssinn, soziales Denken und Gleichberechtigung förderte. Die Ausstellung stützt sich auf eine breite Auswahl historischer Fotografien und Dokumente, welche die vielfältigen Aktivitäten der Roten Falken von der Zwischenkriegszeit bis in die Gegenwart dokumentieren. Die visuellen Quellen ermöglichen nicht nur einen anschaulichen Zugang zur Geschichte der Organisation, sondern zeigen auch, wie konsequent Räume geschaffen wurden, in denen sich Kinder und Jugendliche mit gesellschaftlichen Fragen auseinandersetzen konnten.“ - Dr. Andreas Praher, wissenschaftlicher Kurator, Museum Arbeitswelt.
Die Ausstellung ist von 25. Oktober 2025 bis 25. Mai 2026 im Museum Arbeitswelt, Wehrgrabengasse 7, 4400 Steyr zu sehen.
Die feierliche Eröffnung beginnt heute, 25. Okt. 2025 um 18 Uhr – um Anmeldung unter 07252 773510 oder
Unten: Rote Falken beim Maiaufmarsch 1949 in der Bahnhofstraße in Steyr mit dem Transparent “Vollbeschäftigung heißt sozialer Frieden!”. Bildquelle: Archiv der Kinderfreunde, Wien.