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Das Museum Arbeitswelt blickt trotz herausfordernder Rahmenbedingungen auf ein sehr erfolgreiches Jahr 2025 zurück. Mit über 30.000 Besucherinnen und Besuchern konnte das Haus die hohen Besucherzahlen der vergangenen Jahre stabil halten und gleichzeitig wirtschaftlich positiv abschließen. Inhaltlich war das Jahr geprägt von drei großen Ausstellungen, bedeutenden Digitalisierungsschritten und nachhaltigen Investitionen in die Infrastruktur. 

STEYR. Stephan Rosinger, künstlerischer Leiter des Museums, spricht von einem „Jahr der Intensität und Vielschichtigkeit“. Er betont: „2025 hat deutlich gezeigt, wie groß das Interesse an den Themen Arbeit, Nachhaltigkeit und demokratischer Kultur ist. Unsere Ausstellungen und unsere Angebote haben Debatten angestoßen und neue Zielgruppen erreicht. Für uns ist das ein starkes Zeichen dafür, wie relevant und lebendig unser Haus heute ist.“

Die Ausstellungen „Energiewende – Wettlauf mit der Zeit“, „Labour Lab – Spielraum für gerechte Arbeit“ und „Blaues Hemd, rotes Tuch – 100 Jahre Rote Falken“ prägten 2025 das Programm und werden – gemeinsam mit den dauerhaften Angeboten „Stollen der Erinnerung“ und „Politikwerkstatt“ – auch über weite Strecken des Jahres 2026 zugänglich sein. Aus Schulen gibt es eine breite, sehr positive Resonanz. Exemplarisch für diese Rückmeldungen sagt eine Lehrerin einer Mittelschule nach einem Besuch im „Labour Lab“: „Ganz toll, so kann man Jugendliche motivieren und erreichen!“

Parallel dazu wurde die Digitalisierung der Sammlung entscheidend vorangetrieben: Ein großer Teil der Bestände ist mittlerweile online zugänglich und kann über die neue Datenbank sowie über den Kulturpool recherchiert werden. Auch das Projekt „Museum wird Kraftwerk“ konnte erfolgreich abgeschlossen werden. Nun kann das Museum auch eigenen Photovoltaikstrom vom Dach des Hauses beziehen. Zeitgleich wurden Bereiche der Beleuchtung des Veranstaltungszentrums auf energieeffiziente LED-Technologie umgerüstet.

Beide Projekte wurden seit 2024 durch Förderungen des Bundes ermöglicht. Die wirtschaftliche Leiterin Maria Vogeser‑Kalt unterstreicht die Bedeutung dieser Entwicklung: „Wir wollen in die Zukunft investieren. Energieeffizienz und langfristige Stabilität gehören genauso zu unserem Auftrag wie hochwertige Kultur- und Bildungsangebote.“

Weichenstellungen: Lernort Synagoge und neue Hauptausstellung
Für 2026 stehen neben dem laufenden Programm zwei zentrale Vorhaben im Fokus: einerseits die Umsetzung des „Lernort Synagoge“, der im November 2026 eröffnet und Besucher:innen sowie Schulklassen aus ganz Österreich einen zeitgemäßen Raum an einem authentischen Ort für historisch‑politische Bildung und das Kennenlernen jüdischer Lebenswelten bietet. Andererseits die inhaltliche Ausarbeitung einer neuen Hauptausstellung. Diese wird anlässlich des 40‑jährigen Bestehens des Museums im Herbst 2027 eröffnet und das Profil des Hauses als erstes und einziges österreichisches Arbeitsmuseum zeitgemäß weiterentwickeln.

Stephan Rosinger, künstlerischer Leiter: „Die neue Hauptausstellung erzählt, wie Arbeit seit der Industrialisierung unsere Gesellschaft formt – mit einem besonderen Blick auf Arbeiter:innenkultur als Motor sozialer und demokratischer Errungenschaften, die Rolle von Frauen und Sorgearbeit, die Verzahnung von Arbeit, Konsum und Lebensqualität sowie die Entwicklung sozialer Sicherungssysteme. Unser Ziel ist, Geschichte, Gegenwart und Zukunft der Arbeitsgesellschaft so zu verbinden, dass neue Perspektiven auf Digitalisierung, sozial‑ökologische Transformation und gesellschaftlichen Zusammenhalt entstehen.“

Freier Eintritt für Kinder und Jugendliche unter 19
Eine wichtige Neuerung betrifft den Zugang für junge Menschen: Ab 2026 erhalten alle Kinder und Jugendliche unter 19 Jahren freien Eintritt in die Ausstellungen des Museums. Stephan Rosinger, künstlerischer Leiter, betont den inhaltlichen Anspruch: Man wolle „ein Museum sein, das offen, jung und zukunftsorientiert arbeitet“, wozu es gehöre, „dass Kinder und Jugendliche so einfach und niedrigschwellig wie möglich zu uns kommen können“; der freie Eintritt für alle unter 19 sei dabei „ein klares Signal und gelebte Öffnung“. Ergänzend unterstreicht Maria Vogeser‑Kalt, wirtschaftliche Leiterin, die strategische Perspektive: Die „schrittweise Öffnung des Hauses“ sei „seit Jahren ein zentrales strategisches Anliegen“, und mit dem freien Eintritt komme man dem Ziel „mehr Zugänglichkeit und Teilhabe zu ermöglichen“ konsequent näher. 

Der Start ins neue Jahr bringt zudem ein vielfältiges und stark nachgefragtes Veranstaltungsprogramm.
Bereits im Februar und März stehen mehrere hochkarätige Gäste auf dem Programm. Den Auftakt macht am 10. Februar der Historiker Oliver Rathkolb mit einem Vortrag zum Thema „Ökonomie der Angst“.

Am 25. Februar folgt im City Kino Steyr die Filmvorführung „No other choice“. Am 27. Februar ist Schriftsteller Robert Menasse zu Gast und präsentiert seinen neuen Roman „Die Lebensentscheidung“. Im März setzt Barbara Blaha mit ihrer Buchpräsentation „Funkenschwestern“ am 13. März einen weiteren Schwerpunkt, bevor am 25. März Norbert Gstrein im Rahmen des Literaturschiffs sein aktuelles Werk „Im ersten Licht“ vorstellt. Weitere Termine werden laufend über die Website und die Social‑Media‑Kanäle des Museums bekanntgegeben.

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