Oben: Univ.-Prof. Oliver Rathkolb spricht am 10. Feb. im MAW über sein aktuelles Buch. Foto © Harald Eisenberger

STEYR. Am Dienstag, dem 10. Februar, um 19:30 Uhr präsentiert der renommierte Historiker Oliver Rathkolb sein neues Buch „Ökonomie der Angst - Die Rückkehr des nervösen Zeitalters“. Er geht darin der Frage nach, was uns in ein neues autoritäres Zeitalter treiben könnte. Radikalisierung, Autoritarismus, Kriegstreiberei, Xenophobie und ein wachsendes Gefühl des Kontrollverlusts prägen unsere Gegenwart. Viele Menschen spüren ein nervöses Fieber, das an Zeiten erinnert, die wir überwunden glaubten. Rathkolb zeigt, dass diese Entwicklungen tief in globalen Umbrüchen wurzeln.

Rathkolb führt die Ursachen auf die „erste und zweite Turboglobalisierung“ zurück. Politische Umwälzungen, ökonomische Krisen und rasante technologische Innovationen überforderten im Vorfeld des Ersten Weltkriegs wie auch heute nationale Gesellschaften und ihre politischen Eliten – und riefen die „Raubritter der Wirtschaft“ auf den Plan. Auch gegenwärtig erleben wir irrationale Fehlentscheidungen in der Politik, eine wachsende Polarisierung der Bevölkerung und das Gefühl vieler Menschen, marginalisiert und abgehängt zu werden.

In diesem Klima entsteht die gefährliche Sehnsucht nach dem „starken Mann“, der mit einfachen – oft gewaltvollen – Antworten komplexe Probleme lösen soll. Die historischen Parallelen sind beunruhigend klar: Steht uns ein neues autoritäres Zeitalter bevor? Die Buchpräsentation lädt zur kritischen Auseinandersetzung mit Vergangenheit und Gegenwart ein und eröffnet Raum für Diskussion über die Zukunft unserer demokratischen Gesellschaften. Moderiert wird der Abend von Susanne Pollinger.

Univ. Prof. Oliver Rathkolb war langjähriger Vorstand und Professor des Instituts für Zeitgeschichte der Universität Wien. Er ist Autor zahlreicher Veröffentlichungen zur österreichischen und internationalen Zeit- und Kulturgeschichte sowie Herausgeber der Zeitschrift »zeitgeschichte« und Vorsitzender des wissenschaftlichen Beirats des Hauses der europäischen Geschichte in Brüssel sowie des Wiener Instituts für Kultur- und Zeitgeschichte (VICCA). 

WANN: Dienstag, 10. Februar, Beginn: 19:30 Uhr
WO: Museum Arbeitswelt, Wehrgrabengasse 7, 4400 Steyr
KARTEN: VVK 12,- / AK 15,- (Vorverkauf im Online-Shop des Museums oder direkt an der Museumskassa)

 

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