KREMSMÜNSTER / HINTERSTODER / WINDISCHGARSTEN / FRAUENSTEIN. Vor zwanzig Jahren wehte mit den mehrmonatigen Dreharbeiten für „Jump“ ein Hauch von Hollywood durchs Kremstal. Im Mittelpunkt standen die Stars Patrick Swayze und Martine McCutcheon, Hauptdarsteller Ben Silverstone sowie Heinz Hoenig, Anja Kruse und Wolfgang Fierek. Hinter den Kulissen sorgte ein Heer von rund 800 Komparsen dafür, dass das Bergdrama à la Hollywood lebendig wurde.
Dreharbeiten zwischen Stift und Bergkulisse
Die 85-köpfige Filmcrew der „LWB Media Motion Pictures“ und das Set mit insgesamt 54 Schauspielern fanden im Stiftsort Kremsmünster, in Hinterstoder, Frauenstein und Windischgarsten eine besondere Kulisse. Die Kombination aus historischer Architektur, alpiner Landschaft und regionalem Flair machte das Kremstal zur idealen Bühne für die internationale Produktion.
Unter den zahlreichen Komparsen aus Kremsmünster waren damals auch Albin Messing, Fritz Mayr sowie Dr. Dagmar Fetz-Lugmayr, die heutige Bürgermeisterin des Stiftsortes – für viele Beteiligte eine unvergessliche Begegnung mit der großen Filmwelt direkt vor der Haustür.
„Jump“ – die wahre Geschichte hinter dem Film
Dem Kinofilm liegt die wahre Geschichte von Philip Halsman zugrunde. Der Sohn eines jüdischen Zahnarztes wird 1928 in Innsbruck wegen Vatermordes zu lebenslanger Haft verurteilt. Bei einer Bergwanderung war sein Vater unter bis heute nicht geklärten Umständen tödlich abgestürzt. Im Indizienprozess war die nationalsozialistische Gesinnung der damaligen Justiz zweifellos spürbar, Halsman beteuerte stets seine Unschuld.
Dank der beharrlichen Bemühungen seiner Mutter und Schwester sowie der Unterstützung des Psychiaters Sigmund Freud wird Halsman 1930 begnadigt und des Landes verwiesen. Er emigriert nach New York und steigt dort als Philippe Halsman zu einem der bekanntesten Fotografen des 20. Jahrhunderts auf.
Für das „Life Magazin“ schießt er 103 Titelfotos, sein „Jump Book“ erlangt Kultstatus: Für dieses Projekt lässt er Persönlichkeiten wie US-Präsident Richard Nixon, Albert Einstein, Marilyn Monroe und Salvador Dalí in die Luft springen und hält sie im Sprung fest. Halsman verstirbt 1979.
Vom Buch zum Drehbuch
Der aus Linz stammende Autor Martin Pollack widmete dem Innsbrucker Justizfall das Buch „Anklage Vatermord“ (Zsolnay-Verlag). Auf Basis dieser wahren Begebenheiten schrieb Regisseur Joshua Sinclair das Drehbuch zu „Jump“ selbst – und brachte damit nicht nur eine bewegende Geschichte auf die Leinwand, sondern vor zwanzig Jahren auch Hollywood-Glamour ins Kremstal.
Unten: Christa Peterseil aus Inzersdorf hat den Film „Dirty Dancing“ 30 mal gesehen, vor 20 Jahren traf sie ihren Star in Kremsmünster (Patrick Swayze verstarb 57-jährig am 14. Sept. 2009 an Krebs). Alle Fotos © GERHARD HÜTMEYER.
Unten: Der bayerische Schauspieler Wolfgang Fierek mit den Komparsen Thomas Verhofnik aus Sattledt (links) und Fritz Mayr aus Kremsmünster (rechts).
Unten: Schauspieler Heinz Hoenig mit Komparsen für „Jump“ – rechts außen Albin Messing aus Kremsmünster.
Unten: Hauptdarsteller Ben Silverstone und Heinz Hoenig nehmen Komparse Gerhard Hütmeyer aus Pfarrkirchen/Bad Hall in die Armwinkelsperre.
Unten: „Jump“-Dreharbeiten in Windischgarsten.
Unten: Auch Dr. Dagmar Fetz-Lugmayr, die jetzige Bürgermeisterin von Krems- münster, war als Komparsin bei den Jump-Dreharbeiten in ihrem Heimatort dabei.
Unten: „Jump“-Dreharbeiten im Kaisersaal, rechts im Vordergrund Gottfried Stadlhuber aus Kremsmünster.