STEYR. Was veranlasst eine Ernährungswissenschaftlerin über das Thema **Zusammenhalten** zu schreiben? Steht mir das zu? Das weiß ich nicht, aber es war mir ein Herzenswunsch und es steht ja jedem frei es zu lesen oder eben auch nicht ...

Das Stadtfest findet dieses Jahr nicht statt. In meiner Vorstellung sehe ich 2021 deutlich jede Menge Menschen, ohne Masken, fröhlich und vergnügt durch die Stadt schlendern. Der Stadtplatz wird wieder voll sein von Gelächter und lauter Musik. Wie würde meine Oma sagen „a mords Gschroa und so vü Leid“. Auch der Duft der herrlichsten Steyrer Speisen liegt in der Luft. Hoffentlich!!!

Vielleicht werden wir auch mit etwas mehr Demut und Dankbarkeit durch den Stadtplatz schlendern. Aber einen Sinn aus der derzeitigen Lage zu ziehen, wäre vermessen und viel zu früh. Was ich mir allerdings wünsche ist, dass ich mich beim Stadtfest beim „Standl“ vom Fröhlich anstellen kann, um mir seine Schaumrollen zu kaufen. Ja ich als Ernährungswissenschaftlerin, aber bitte gleich 10 plus 1. Und hier haben wir jetzt alle eine große Verantwortung und auch die Chance wirklich zusammenzustehen. „Vom Wünschen wird d`Sau ned fett“, hat mal ein Klient zu mir gesagt und da stimme ich zu. "Handeln" ist jetzt das Motto.

Corona wird unser Miteinander verändern. In einer Form, die wir alle nicht abschätzen können. Aber wir können jetzt, im Hier und Heute, mit unseren täglichen Kaufentscheidungen etwas Positives tun. Es wird ein „nach Corona“ geben und daher ist es jetzt, mehr denn je, wichtig, regional einkaufen zu gehen. Auch den guten Kaffee und die Mehlspeisen beim Hohlrieder, Schied,…..möchte ich nicht missen. Den Mohnstrudel vom Rieß hab ich schon als Kind geliebt. Aus der saftigen Fülle ließen sich so tolle kleine Kugerl formen, wenn man den Rand heruntergeknabbert hatte. Funktioniert übrigens heute auch noch.

Aber nicht nur die Bäcker und Konditoren, auch die Fleischereien, Bauern und Gasthäuser in der Region brauchen unsere Unterstützung. Ich finde es als Ernährungswissenschaftlerin natürlich toll, dass man jetzt vermehrt selbst kocht und sich auch neue küchentechnische Fertigkeiten wie Brotbacken, ... in dieser Zeit aneignet. Aber das eine schließt das andere ja nicht aus.

Schön, wenn die Bedeutung des Essens und Zubereitens wieder an Bedeutung gewinnt. Dennoch möchte ich gerne „nach Corona“ mit meinen Freunden in einem Gastgarten sitzen und die tollen Speisen unserer Wirte genießen. Es wäre eine schlimme Vorstellung, wenn da ein „ für immer geschlossen“ Schild am Eingang hängen würde.

Wenn es euch möglich ist, holt euch ab und an etwas vom „Wirten“. Positiv denken alleine ist zu wenig, jetzt heißt es „anpacken“. Jeder in seiner Möglichkeit und Verantwortung.

Ich verstehe sehr wohl die Verunsicherung und Ängste der Menschen „bloß nicht lange im Geschäft bleiben, am besten gleich alles dort kaufen“ . Dies ist sehr nachvollzierbar und die Angst ist auch völlig legitim. Auch viele Supermarktinhaber sind sehr bestrebt „Ecken mit regionalen Produkten“ anzubieten, um die regionalen Betriebe zu unterstützen. Es wäre schön, wenn Sie diesen Produkten den Vorzug geben könnten.

Vielleicht ist es Ihnen möglich, Gutscheine jetzt zu kaufen und damit zu sichern, dass wir später noch diesen Schatz an Traditionsbetrieben in Steyr haben. Ich persönlich nehme gerne auch den Kauf von Gutscheinen in Anspruch, da es bei mir ansonsten zu einem Rollenwechsel kommen würde und ich müsste die Teilnehmerin meiner eigenen Ernährungskurse sein.

Mit diesem Appell geht es mir genau um das oben geschriebene. Als Ernährungswissenschaftlerin kann ich Ihnen allerdings auch versichern, dass Lebensmittel hoher Qualität sich sehr positiv auf Ihren Körper auswirken. Brot ohne technologische Hilfsstoffe und weiterem „Klumpat“ zu essen, sind eine Wohltat für unseren Darm. Und bitte nicht vergessen 80% unseres Immunsystems steckt im Darm. Es steckt so viel Gutes und Wertvolles in unseren Lebensmitteln Ich bin derzeit ONLINE für Ernährungsfragen für Sie da. Mir ist wichtig, dass ich nach Corona meinen KlientInnen in meiner Praxis immer noch sagen kann: „Kaufen Sie sich ein gutes Roggenbauernbrot vom Bäcker.“ Und da möchte ich gerne die Antwort hören: „Da fahr ich gleich hin" und nicht "leider der hat zugesperrt bei uns ums Eck gibt’s keinen Bäcker mehr!“ Das gleiche gilt natürlich für wertvolles Rindfleisch, Gemüse, … leider kann ich nicht alle wichtigen Lebensmittelbetriebe erwähnen.

In diesem Sinne! Kommen Sie gut durch diese Zeit und lassen Sie sich Ihr Essen schmecken! Auch Modegeschäfte, Friseure, ... verkaufen Gutscheine.

Mehr zu meinen Online Kursen auf Facebook oder meiner Website oder klassisch ... einfach anrufen unter 0650/8412782 . #weilswichtigistwasmanisst und #weilswichtigistdassjetztzusammengehaltenwird

Abschließend möchte ich Victor Frankl zitieren, der mich bereits längere Zeit begleitet: „Auf jeden einzelnen und auf jeden Tag kommt es an, wenn die Nöte unserer Zeit überwunden werden sollen. Und dazu brauchen wir nicht so sehr neue Programme, sondern eine neue Menschlichkeit!“