STEYR. Ein Kulturstadtrat, eine Galeristin und ein Künstler beschlossen gemeinsam, dass die Farbe Gold drei inhaltlich leere Objekte in Stadtplatz Mitte schmücken soll. Damit wurde bewusst oder unbewusst auf das wahre, wertvolle Gold in der „Goldenen Rathauspassage“ von Steyr reagiert ...

Falls es vielleicht als Provokation gemeint war, dann für wen?

Das Raffinieren und Affinieren ist das älteste und effizienteste Recycling Verfahren der Menschheit. An der Ressource des Goldes findet die Ausbeutung und Vergiftung von Mensch und Natur auch heute statt. Das Gold der Kriege, Gewalt, Leid und Schmerz können potentiell und molekular in jedem Stück Gold eingeschmolzen sein. Opfergold, Nazigold ...

Im wahren Gold des Kunstwerks in der „Goldenen Rathauspassage“ von Steyr stecken die Spuren von Menschen die das Schicksal von Verfolgung, Vertreibung, Gewalt und Folter erleiden mussten. Die Spuren dieser Menschen bilden damit ein goldenes Zeichen des „Niemals Wieder“. www.kristalltag.com .

Ich bin Manfred Kilnhofer seinen kommerziellen Erfolg vergönnt. Er ist ein sehr geschickter Marketing- und Geschäftsmann. Ein begnadeter Künstler ist er nicht. Wie begnadete Kunst aussieht, kann man sofort erkennen wenn man nach Anna Chromy im Web sucht.

Kulturstadtrat Gunter Mayrhofer hat alleine entschieden, dass die drei Objekte am Stadtplatz angekauft wurde, und dass sie die Farbe Gold bekommen sollen. Angekauft um den Preis von 240kg Polyester und Farbe. „Ankauf der Stadt Steyr“ sieht ja gleich besser aus als „Geschenk“. Damit wurde auch entschieden, dass Kilnhofers billige Objekte die Landesausstellung 2021 in Steyr dominieren. Ausserdem wäre Kilnhofer sowieso mit seiner „Gorilla“ (Art) bei der Landesausstellung 2021 dabei gewesen, wenn man seine Marketing Taktik kennt. Die Objekte hätten der Stadt ganz sicher keinen Cent gekostet. So aber ist mehr als das gesamte Jahresbudget in diesen falschgoldenen Fotopoint Ankauf geflossen ...

Mit diesem Ankauf und der Farbenwahl hat er Menschen, die das Leid der Vertreibung und Verfolgung erleiden mussten, einen Schlag ins Gesicht verpasst. Ebenso den Sponsoren, den Bausteine Käufer*innen und dem Österreichischen Nationalfonds, die das goldene Kristalltag Kunstwerk in der Steyrer Rathauspassage ermöglichten. Ich habe es von Herrn Zineder schriftlich, dass das Kristalltag Kunstwerk der Stadt Steyr keinerlei Kosten verursachen darf und dass es auch nicht seitens der Stadt versichert werden wird. Daher ist es auch kein Geschenk an den Magistrat der Stadt Steyr, es ist ein Geschenk an die Steyrer Bürger*innen. Nun trägt das wahre Gold in der Rathauspassage, dank Kulturstadtrat Mayrhofer, Trauer. Da hat sich der Mayrhofer aber was erlaubt.

Als ich dieses falsche Gold am Stadtplatz erstmals sah, musste ich sofort an die berührenden Besuche bei den Menschen denken, deren feine Spuren im Gold des Kristalltag Kunstwerks für immer bewahrt bleiben. Ein Stich ins Herz. Ein Holocaust Opfer, das drei Vernichtungslager überlebt hat hinterließ als erste ihre Spuren. Auch eine traumatisierte, geflüchtete Frau die im Kosovo Serienvergewaltigungen erleiden musste. Ich war in 38 Wohnungen. 38 Mal menschliches Leid. .. Das Leid dieser Menschen tauchte vor mir auf und rief mich zur Verantwortung. Falsch Gold – Zeit Gold. Das wertvolle Kunstwerk aus wahrem Gold bleibt solange schwarz verhüllt, bis die Schmach der Demütigung und Geringschätzung durch falsches Gold in Steyr getilgt ist. Wird das Tuch dreimal entfernt, wird das Werk schwarz übermalt.

Ein Kulturstadtrat mit Kunst- und Kulturverantwortung hätte zu Kilnhofer und seiner Galeristin (die ja sicher nichts mitverdient hat) gesagt „Gute populistische Idee die wunderbar polarisieren wird, da werden die Medien garantiert aufspringen. Doch wir haben ja schon Gold im Rathaus daher ist eine andere Farbe für Steyr besser. Sie können ja jede Farbe nehmen, wie man weiss.“ Dem war nicht so. Auch hätte er gesagt „Bei der Landesausstellung passt ihr Thema leider nicht“.

Auch setzte sich Mayrhofer in einem Telefonat mit Frieda Pohlhammer mit seinem Kunstwissen über das Wissen einer erfahrenen Kunsthändlerin. Er unterbreitete ihr sogar die Lüge, bzw. verbreitete er die Lüge weiter, dass Kilnhofer ein Biennale und ArtBasel Teilnehmer war. Auch bezeichnete er Frau Pohlhammer als präpotent... Mein geschätzter Künstlerkollege Christoph Luckender hat einige Jahre mit Kilnhofer zusammen gearbeitet. Zitat „Das war keine Kunst, dass war Marketing“. Die zwei trugen z.B. ein gemeinsam geschaffenes Objekt als „Rucksack“ und fotografierten sich vor den Kunstmessen an vielen werbewirksam günstigen Orten, bis sie von der Polizei die Untersagung bekamen.

Kollege Luckender ist für weitere Fragen und Informationen gerne bereit, auch für eine öffentliche Stellungnahme in Steyr.

Wenn man kommerziell erfolgreich ist, sagt das noch nichts über Qualität aus. Hätten die drei Objekte eine andere Farbe, hätte ich mich wahrscheinlich über das offizielle Steyrer Kunst- und Kulturverständnis nur geschämt und sicher nicht mit Kunst darauf reagiert. Doch es kam anders:

Falsch Gold – Zeit Gold
Johannes Angerbauer-Goldhoff im Juli 2020