STEYR/CHRISTKINDL. Der Wallfahrtsort Christkindl ist seit jeher das Zentrum im Steyrer Weihnachtsgeschehen. Seit 1695 pilgern Menschen zum „Gnadenreichen Christkindl im Baum unterm Himmel“, wie der Ort ursprünglich hieß. Zuerst war es allerdings nur einer, Ferdinand Sertl, Steyrer Stadtkapellmeister und Betreuer der Feuerwache, der zu Fuß regelmäßig aus der Stadt nach Christkindl kam ...

Er hatte eine kleine Wachsfigur des Christkindes in die Höhlung eines Baumes gestellt und betete hier um Heilung von der Epilepsie. Als er von seiner Krankheit geheilt wurde, kamen so viele Wallfahrer, dass Abt Anselm Angerer von Garsten den Bau einer Kirche in Auftrag gab. Unter Giovanni Batista Carlone begann 1702 der Kirchenbau, der von Jakob Prandtauer vollendet wurde. Heute noch sieht man das Wachsjesuskind, das Kreuz und Dornenkrone in den Händen hält, im wunderschönen Altar über dem Tabernakel.

Gleich hinter der Wallfahrtskirche entstand 1950 das Postamt Christkindl. Die Idee, im idyllischen Ort mit dem besonderen Namen ein eigenes Postamt einzurichten, stammt ursprünglich aus dem Jahr 1946 von einem Angehörigen der US-Besatzung. Mittlerweile werden jedes Jahr ca. 1,5 Millionen Briefsendungen von 15 Mitarbeitern mit dem Weihnachtsstempel (Ersttag bis 25. Dezember) bzw. dem Heiligen 3 Königsstempel (26. Dezember bis 6. Jänner) versehen. Das weltbekannte Postamt ist auch heuer – IM FREIEN – auf der Terrasse des Hotel Christkindlwirt von 25. November bis 6. Jänner täglich geöffnet.

Die zahlreichen Kinderbriefe mit Wünschen ans Christkind werden natürlich alle beantwortet. Immer wieder berührend sind die verschiedensten Kinderwünsche, die von einem neuen, lieben Mann für Mama bis zu den neuesten Spielzeugtrends reichen.

Öffnungszeiten:
25. November – 23. Dezember 2022
MO - FR 10-16 Uhr / SA, SO + FT 10-17 Uhr
24. & 31. Dezember 9-12 Uhr
25. & 26. Dezember & 1. Jänner geschlossen
27. Dezember – 6. Jänner 10-14 Uhr

An den Adventwochenenden und am 8. Dezember gibt es zwischen Steyr und Christkindl einen nostalgischen Pendelverkehr mit einem alten Steyrer Oldtimerbus. Bei Ankunft und Abfahrt ertönt das Dreisignalhorn.

Krippen Raritäten im Pfarrhof
25. November – 6. Jänner, täglich

Die Mechanische Krippe von Karl Klauda ist ein technisches Meisterwerk und begeistert seit über 60 Jahren im Pfarrhof Christkindl. Rund 300 Figuren ziehen aufgrund einer einzigartigen Mechanik mit Fahrradketten und Wellen durch eine biblische Landschaft, begleitet werden sie von der Musik einer böhmischen Walzenorgel. Der Steyrer Walter Schmid hegte und pflegte die Krippe über 50 Jahre lang. Als Dank wurde er zu seinem 80. Geburtstag als handgeschnitzte Figur in der Krippe verewigt. Gemeinsam mit dem Volk zieht er an der Krippe mit dem Jesukind vorbei.
Einzigartig in Österreich ist auch die Pöttmesser Krippe, eine der größten orientalischen Landschaftskrippen der Welt mit einer Fläche von 58 m². 778 bis zu 30 cm große aus Lindenholz geschnitzte Figuren stammen vom Südtiroler Schnitzer Ferdinand Pöttmesser. Die Krippenlandschaft mit einer Länge von 18 Metern wurde vom Steyrer Krippenbauer Josef Seidl geschaffen.

Öffnungszeiten:
25. November 2022 – 6. Jänner 2023
MO - FR 13-16.30 Uhr / SA 10-16.30 Uhr / SO + FT 11-16.30 Uhr
Ausnahmen:
24. Dezember 10-14 Uhr
25. Dezember geschlossen
26. Dezember 13-16.30 Uhr
31. Dezember 10-12 Uhr
1. Jänner geschlossen
Eintritt Einzelpersonen: Erw. € 7,- p.P. / Kinder € 1,50
Informationen / Preise & Anmeldung für Gruppen: Pfarrkanzlei Tel. 07252/54622

www.christkindlregion.com

Unten: Postamt Christkindl, Foto © Michael Grössinger