LESERBRIEF. Wie bereits im September angekündigt, ist nun – nach dem Garstener Advent – die Dokumentation zur Artweek und Kunst im Leerstand Steyr online. Sie soll ein Appell an die Liebe zur Kunst und an direkte Gesprächskultur sein. Wie wir, Tom Grumböck & Johannes Angerbauer, es vorbildlich zeigten.
Ausdrücklich möchte ich nochmals betonen, dass ich die Idee einer „Kunst im Leerstand – Artweek Steyr“ gut finde, wie ich auch den Adventmarkt und das Weihnachtsgeschäft gut finde. Diese Dokumentation soll keine Ablehnung oder ein Angriff sein, sondern einen genaueren Blick auf Hintergründe ermöglichen, um damit mögliche Verbesserungen zu schaffen.
Meine tiefere Beschäftigung mit der Artweek Steyr begann mit zwei Unwahrheiten seitens des Artweek-Teams, die mich überraschten: „Er hat im Mai zu spät angesucht“ und „Es wurden nur junge Künstler genommen“.
Wahr ist: Ich habe am 27. März kurz um „Leerstand Kunst Kooperation“ angefragt. Unter den Artweek-Künstler:innen war auch eine Kollegin, die älter ist als ich. Daher habe ich, nach der Hintergrundrecherche, einen Leserbrief mit dem Titel „Goldener Senf“ verfasst.
Auf den Leserbrief folgte eine untergriffige, emotionale „Shit Brezze“ auf Facebook, die aufgrund von „grauslichen Kommentaren“ vom Verfasser wieder gelöscht wurde. In einer persönlichen Aussprache im Grünmarkt-21-Leerstand wurde das Thema vorbildlich bereinigt.
Das „Artweek-Zahlenwunder“ zeigt, dass die Veranstalter das Zählen nicht so genau nehmen. Von Juni bis September wurden die Einreichungen nämlich weniger! Waren es im Juni „über 60 Einreichungen“, sind es im September nur noch „über 50 Einreichungen“. Auch werden aus zweistelligen Besucher:innenzahlen hohe dreistellige fabriziert – mit immer fast den gleichen Leuten, wie ich hörte.
Dass Künstler:innen für die Teilnahme bezahlen mussten (was nicht im OPEN CALL stand), ist für mich ein No-Go. Ebenso finde ich es nicht sehr edel, wenn sich eine kleine Gruppe gut situierter, befreundeter Geschäftsleute für ihr „Hobby“ dann Geld von Einrichtungen holt, die von Steuergeldern finanziert werden, wenn von den Künstler:innen nichts mehr kommt – oder durch eine Spendenbox, wie ich heute hörte. Das klingt eher nach einer Geschäftsidee als nach einem Herz für Kunst.
Mäzenatentum wäre edel. Darauf könnte man stolz sein. Das würde eine Liebe zur Kunst zeigen! Einige Artweek-Kolleg:innen haben mir im Grünmarkt 21 ihre Kränkungen mitgeteilt. Zu Recht, wie ich meine!
Ein Leserbrief von Johannes Angerbauer-Goldhoff
Webtipp: https://www.human.gold/kunstimleerstand
Der Inhalt dieses Leserbriefes wurde von der Redaktion nicht auf Richtigkeit und/oder Vollständigkeit geprüft und stellt nicht notwendiger Weise die Meinung der Redaktion dar. Für Rückfragen stehen wir per Mail unter