LESERBRIEF: SPÖ, ÖVP und FPÖ haben kürzlich gemeinsam bei einem Treffen mit FP Verkehrslandesrat Günther Steinkellner „grünes Licht“ für den Bau der Westspange signalisiert. Ab 2026 soll der Bau beginnen. Praktisch zeitgleich in einem oberösterreichischen Regionalfernsehen, hebt der Steyrer Bürgermeister Markus Vogl die Wichtigkeit des Klimaschutzes und den Erfolg einiger von ihm initiierten Projekte hervor ...

Für die NGO „Grüngürtel statt Westspange“ steht der Bau der Westspange jedoch entgegengesetzt zum Bekenntnis des Bürgermeisters zur Wichtigkeit des Klimaschutzes für Steyr.

Denn die Westspange wird das Verkehrsangebot erhöhen und somit auch die Nachfrage. Eine Entlastung der Innenstadt, wie es die Stadtpolitik der Bevölkerung weis machen will, wird es nicht geben. Zum einen hat das schon das Land OÖ in seinen Verkehrsprognosen zur Westspange deutlich aufgezeigt und zum anderen, ist der vierspurige Ausbau der Ennser Straße beschlossene Sache, der noch mehr Verkehr direkt in die Stadt bringen wird und dadurch ebenso im Widerspruch zu einer Entlastung steht. Zusätzlich ist auch noch der vierspurige Ausbau der B122 geplant, was die Situation nochmals verschärfen wird.

Zusätzlich zur Mehrbelastung von Steyr entpuppt sich die Westspange bei näherer Betrachtung als Teil einer LKW-Transitroute. Diese geht von Prag über die bereits in Bau befindliche Autobahn bis zur österreichischen Grenze, weiter über die S10 und die A7 Richtung Linz, über die geplante Linzer Ostumfahrung nach Enns, die B309 nach Steyr und dann über die Westspange weiter durch das Steyrtal nach Klaus auf die Pyhrnbahn a9, bis zum Container-Hafen Koper in Slowenien. Gegenüber der bereits bestehenden Strecke über die A1 und A9 gewinnt etwa ein LKW pro Fahrt über die Westspange und durch das Steyrtal ca. 18 bis 34 Euro an Mautkosten, der Zeitverlust ist dagegen verschwindend gering.

Zudem wird bestes Ackerland zubetoniert, weiterer Bodenverbrauch durch Betriebsansiedelungen wird nach dem Bau der Westspange folgen. Ebenso geht durch die Zerstörung des Grüngürtels ein beliebtes Naherholungsgebiet für viele Steyrer verloren. Für einen Spaziergang im Grünen braucht man dann schon ein Auto, das wiederum den Verkehr erhöht.

Bürgermeister Markus Vogl will Steyr auch beim Klimaschutz weiterentwickeln, es soll wachsen und er will eine weitere Abwanderung verhindern. Mit dem Bau der Westspange und den daraus für das Klima und die Steyr Bevölkerung erwachsenden negativen Folgen, wird ihm nichts davon gelingen.

Ein Leserbrief des Vereins "Grüngürtel statt Westspange".

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Bildquelle: OÖN Grafik