OÖ. Trotz eines langfristigen Rückgangs bei Wohnraumeinbrüchen bleiben Herbst- und Wintermonate ein Risikofaktor. Die frühe Dämmerung bietet Einbrechern gute Deckung – besonders in den Abendstunden zwischen 16 und 21 Uhr, wenn Häuser unbewohnt wirken.
In Oberösterreich sank die Zahl der Wohnraumeinbrüche in den vergangenen zehn Jahren deutlich: von über 1800 Fällen im Jahr 2015 auf rund 760 im Jahr 2024. Mehr als die Hälfte der versuchten Einbrüche scheitert jedoch bereits an vorhandenen Sicherungsmaßnahmen – ein Hinweis darauf, dass Prävention wirkt. Anders bei Kellerabteilen: Dort werden über die Hälfte der angezeigten Taten vollendet, da diese oft schlecht gesichert und kaum frequentiert sind.
Beliebte Ziele sind:
- Häuser in abgelegenen oder schwer einsehbaren Bereichen
- Objekte entlang von Hauptverkehrsrouten (schnelle Fluchtmöglichkeit)
- Mehrparteienhäuser – vor allem Kellerabteile und Abstellräume
- Grundstücke, auf denen Leitern oder Gartenmöbel als Einstiegshilfe dienen
Die Polizei rät zu einfachen, aber wirksamen Maßnahmen:
- Türen und Fenster sichern: Sicherheitsfenster, verstärkte Türschlösser, Zusatzsicherungen und Gitter erhöhen die Widerstandsdauer erheblich.
• Auch bei kurzer Abwesenheit immer versperren – gekippte Fenster gelten als offen.
• Beleuchtung nutzen: Zeitschaltuhren oder Außenbeleuchtung (z. B. mit Bewegungsmeldern) lassen das Haus bewohnt wirken.
• Keine Einstiegshilfen bieten: Leitern, Werkzeug oder Gartenmöbel wegräumen.
• Keine sichtbaren Abwesenheitszeichen: Post regelmäßig leeren lassen, Rollläden nicht dauerhaft geschlossen halten.
• Nachbarschaftshilfe pflegen: Aufeinander achten, verdächtige Wahrnehmungen melden.
• Kellerabteile kontrollieren: Wertgegenstände sichern, nach Möglichkeit absperrbare Metallgitter oder Zusatzschlösser verwenden.
• Alarm- oder Videoanlagen können eine sinnvolle Ergänzung sein, wenn sie korrekt bedient werden.
Richtiges Verhalten im Ernstfall
Wer einen Einbruch bemerkt, soll sofort die Polizei über 133 verständigen und das Objekt nicht betreten – um Spuren zu erhalten und sich selbst nicht zu gefährden. Wird ein Täter auf frischer Tat ertappt, rät die Polizei dringend davon ab, diesen aufzuhalten. Stattdessen sollten eine Beschreibung der Person, ein mögliches Kennzeichen und die Fluchtrichtung gemerkt werden.