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STEYR. Zwischen Rekordbesuchen, sportlichen Großereignissen und hitzigen politischen Debatten hat Steyr 2025 viele Schlagzeilen geschrieben. Ein Jahr voller Emotionen, Herausforderungen und neuer Perspektiven liegt hinter uns. Der e-steyr Jahresrückblick ...

Holocaust-Vergleich lässt Emotionen hochgehen
Im Mai sorgte eine Wortmeldung aus der Steyrer Stadtpolitik für heftige Diskussionen. Im Zuge der Debatte rund um den Umbau der ehemaligen Synagoge in der Bahnhofstraße und die Errichtung eines Lern- und Gedenkzentrums kochten die Emotionen hoch. Aussagen und Vergleiche lösten parteiübergreifend Kritik aus und warfen einmal mehr die Frage nach der Verantwortung politischer Sprache auf.

Im Detail hatte FP-Stadtrat und Vizebürgermeister Dr. Helmut Zöttl während der Diskussion den Holocaust mit Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie verglichen. Die FPÖ hatte sich zuvor gegen eine finanzielle Unterstützung des geplanten Lern- und Gedenkzentrums ausgesprochen. In der Debatte über das Zentrum – das an die Verbrechen der NS-Zeit erinnern soll – erklärte Zöttl, auch während der Corona-Pandemie sei die Gesellschaft bewusst gespalten worden, Teile der Bevölkerung seien ausgegrenzt gewesen und hätten zeitweise nicht auf die Straße gehen dürfen.

Rekordevents Steyrer Stadtfest und Tour of Austria 
Ein vielfältiges Programm lockte beim 44. Steyrer Stadtfest von 27. bis 29. Juni Zehntausende Besucherinnen und Besucher in die Innenstadt. Am Samstag strömten rekordverdächtige 38.000 Menschen ins Stadtzentrum. Bühnen am Stadtplatz, beim Neutor und am Ennskai, das Grünland-Festival, das Badgassenfest, ein umfangreiches Kinderprogramm sowie der traditionelle Stadtlauf machten die Innenstadt zu einem einzigen großen Veranstaltungsgelände. „Es war ein geniales Stadtfest mit hervorragender Stimmung und hochkarätigen Darbietungen“, zog Bürgermeister Markus Vogl Bilanz.

Zum Fotoalbum: 44. Steyrer Stadfest: SAMSTAG - Rundgang alle Locations

Ein Radsport-Großereignis der Spitzenklasse erlebte Steyr am 9. Juli 2025. Um 11 Uhr starteten die Teams der Tour of Austria im Herzen der Sportstadt Steyr zu einer knapp 168 Kilometer langen Etappe mit anspruchsvollen 2.433 Höhenmetern. Am frühen Nachmittag erreichten die Fahrer erneut den Steyrer Stadtplatz, wo der Oberösterreicher Felix Großschartner den ersten Etappensieg eines Österreichers seit zehn Jahren feierte. Das Steyrer Continental Team Hrinkow Advarics zeigte im Verlauf der Rundfahrt starke Leistungen und belegte den ausgezeichneten siebenten Rang im Teamklassement.

Zum Fotoalbum Tour of Austria 2025: 1. Etappe - Start und Ziel Steyr - Position Ulrichstraße und Porscheberg 

Hochwasserschutz bewährt sich im Juli
Im Juli war Steyr einmal mehr von Hochwasser betroffen. Ganz besonders waren die letzten beiden Juliwochen von teilweise starken und lang anhaltenden Regenfällen geprägt. Am Vormittag des 29. Juli erreichte der Pegel am Steyrer Ortskai mit 550 Zentimetern dann seinen Höchststand. Der in den vergangenen Jahren errichtete Hochwasserschutz bewahrte die hochwassergeplagten Steyrerinnen und Steyrer jedoch vor größeren Schäden.

Blauer Niveau-Limbo in der Stadtpoitik
Für politische Aufregung sorgte im Oktober ein Vorfall rund um FP-Stadträtin Evelyn Kattnigg. Sie sprach von einer „emotionalen Reaktion“, die Oberösterreichischen Nachrichten bezeichneten den Vorfall als „verbalen Auszucker“. In ihrem WhatsApp-Status beschimpfte Kattnigg den ÖVP-Gemeinderat und Leiter des Verkehrsausschusses, Harald Peham, als „unfähigen ÖVP-Gemeinderat“ und „Vollidioten“. Stein des Anstoßes war eine Verkehrszählung zur geplanten Westspange, die Peham privat in Auftrag gegeben hatte.

Aufwärtstrends in der Steyrer Innenstadt
In der Enge Gasse und am Steyrer Stadtplatz zeigte das Jahr 2025 mehrere positive Entwicklungen. Die Neueröffnung des IM7STERN am Stadtplatz demonstrierte eindrucksvoll, was mit Unternehmergeist und Mut zur Veränderung möglich ist. In der Enge eröffnete mit dem FLAIR ein „Haus der Vielfalt“, und mit der Holzofenbäckerei Schaupp sowie dem Taschengeschäft von Anita Tassatti hielt auch traditionelles Handwerk wieder verstärkt Einzug in die Altstadt.

Zum Fotoalbum: Eröffnungsfeier im "FLAIR" – Vielfalt in der Enge

Mit einem völlig neuen Konzept ließen im Dezember zudem die Steyrer Peter Wiesinger und Andreas Bramberger aufhorchen. Sie kündigten die Eröffnung eines „Modeshops zum Mitmachen“ für März 2026 in der Enge Gasse an. Unter dem Namen „Die Heidelbeere“ soll ein neues Modekonzept nach Steyr kommen.

Ein Weihnachtswunder zum Jahresausklang
Zum Jahresende sorgte eine Ankündigung der Stadtführung für große Resonanz in der Bevölkerung: Das beliebte „Ö3-Weihnachtswunder“ wird 2026 mit der gläsernen „Ö3-Wunschhütte“ auf dem Steyrer Stadtplatz Station machen.

Ö3-Senderchef Michael Pauser erklärte dazu: „Es ist uns eine große Freude, dass die Erfolgsgeschichte des Ö3-Weihnachtswunders im kommenden Jahr in Steyr weitergeschrieben wird. Jedes Jahr wird 120 Stunden lang gemeinsam mit der Ö3-Gemeinde ein starkes Zeichen für Zusammenhalt und ‚Auf-einander-Schauen‘ in Österreich gesetzt – und das 2026 in der wunderschönen Altstadt von Steyr und in ganz Österreich im Radio.“

Auch Bürgermeister Markus Vogl zeigte sich erfreut: „Das Ö3-Weihnachtswunder und die Christkindlstadt Steyr – das passt perfekt zusammen. Wir sind stolz, dass unsere Stadt damit einen Beitrag dazu leistet, Familien in Not zu unterstützen."

Liebe Leserinnen und Leser! Die e‑steyr‑Redaktion bedankt sich für Ihre Treue und wünscht einen guten Rutsch sowie Glück und Gesundheit im neuen Jahr!

 

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