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OÖ. Im Zeitraum von Oktober 2025 bis März 2026 registrierte die Polizei in Oberösterreich insgesamt sechs Fälle von Diebstählen durch Pflegepersonal in privaten Haushalten. Das Landeskriminalamt Oberösterreich (LKA OÖ) warnt vor diesem aktuell vermehrt auftretenden Phänomen – und betont gleichzeitig, dass es nicht darum geht, eine ganze Berufsgruppe unter Generalverdacht zu stellen.

Vielmehr sollen durch einfache Vorsichtsmaßnahmen sowohl betreute Personen und Angehörige als auch die Pflegenden selbst geschützt werden – etwa vor Missverständnissen, unklaren Situationen oder unbegründeten Verdächtigungen.

Die Kriminalprävention des Landeskriminalamtes OÖ empfiehlt daher:

  • Seriöse Vermittlungsagenturen wählen
    Beauftragen Sie nur Agenturen, die ihr Personal vorab überprüfen und Referenzen einholen.
  • Offen über Wertsachen sprechen
    Sprechen Sie das Thema Vertrauen, Wertsachen und Umgang mit Bargeld gleich zu Beginn der Betreuung offen an.
  • Transparenz und Vier-Augen-Prinzip
    Müssen Pflegekräfte für Einkäufe oder Apothekenbesuche auf Geldmittel zugreifen, sollte ein einfaches Kassenbuch geführt werden.
    Klare Abläufe vereinbaren (Belege sammeln, Eintragungen im Kassenbuch).
    Angehörige sollten regelmäßig kontrollieren und als sichtbare Vertrauensperson präsent sein.
  • Keine großen Bargeldbeträge zu Hause lagern
    Bargeld, Gold und wertvoller Schmuck sollten möglichst nicht offen in Wohnräumen aufbewahrt werden. Wenn unvermeidlich, dann in einem gut gesicherten Tresor.
  • Wertvolle Gegenstände dokumentieren
    Für Gemälde, Statuen oder andere wertvolle Objekte empfiehlt sich ein Inventarverzeichnis mit Fotodokumentation. So ist im Anlassfall eine eindeutige Zuordnung möglich.
  • Zugangsdaten und PIN-Codes schützen
    Bankomatkarten-PINs, Online-Banking-Zugänge und ähnliche Daten niemals offen zugänglich im Wohnbereich aufbewahren. Vollmachten und Online-Banking nur sehr restriktiv vergeben.
  • Warnsignale ernst nehmen
    Plötzliches Verschwinden von Bargeld oder Wertgegenständen, Unstimmigkeiten bei Geldausgaben oder wiederkehrende Unklarheiten sollten nicht ignoriert werden.
  • Dokumentieren und anzeigen
    Notieren Sie möglichst genau, wann welcher Gegenstand oder welcher Geldbetrag verschwunden ist. Erstatten Sie unverzüglich Anzeige bei der Polizei.
  • Bankkarten sofort sperren
    Fehlen Bank- oder Kreditkarten, sollten diese umgehend gesperrt werden.

Die Polizei rät dazu, im Zweifel frühzeitig das Gespräch mit Angehörigen und – wenn nötig – mit der Polizei zu suchen. Durch rechtzeitige Aufmerksamkeit und klare Vereinbarungen im Vorfeld lassen sich viele Konflikte und mögliche Straftaten vermeiden.

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