STEYR/MÜNCHEN. Die Kunden erwarten von industriellen Produkten immer mehr Individualität. Das gilt nicht nur für die äußere Form, sondern auch für die Dekoration.
Beim individuellen Bedrucken von klassischen Gebrauchsprodukten...

stoßen die Produzenten allerdings rasch an ihre technischen Grenzen. Das individualisierte
Bedrucken von Gegenständen mit unregelmäßig gekrümmten Oberflächen ist mit
bestehenden Drucktechnologien kaum möglich. PROFACTOR hat gemeinsam mit dem
Tampondruckexperten ITW Morlock GmbH aus Deutschland mit einer Kombination
von analogem Tampon- und digitalem Inkjet-Druck den Prototypen einer digitalen
Tampondruckmaschine entwickelt, der richtungsweisend ist.

Bei der Fachmesse
„Inprint“ in München (12. bis 14. November 2019) wird das Modul am Stand der
PROFACTOR (Halle A6, Stand 248), Member of UAR Innovation Network,
präsentiert.

„Für einen Skischuh, eine Radkappe, eine Handyhalterung oder für eine nicht
gleichmäßig geformte Vase, Optiken, Verpackungen bis hin zum Christbaumschmuck
gab es bislang kaum Möglichkeiten für ein individuelles Bedrucken, das für den
Konsumenten auch leistbar ist“, sagt Daniel Fechtig. Fechtig leitet bei PROFACTOR
die Forschung rund um Funktionelle Oberflächen und Nanostrukturen. „Individuelles
Bedrucken von Produkten wird von den Kunden zunehmend nachgefragt, sowohl von
Einzelpersonen, die ihre Produkte mit Fotos, Namen oder Sujets dekorieren wollen, als
auch von Unternehmen, die Alltagsgegenstände ohne großen Aufwand individuell
branden lassen wollen.“ Beim klassischen Tintenstrahldruck erreicht man ob der plan
angeordneten Druckköpfe bei gekrümmten Flächen kein zufriedenstellendes Druckbild.
Analoge Tampons – vergleichbar mit „Stempeln“ - können gekrümmte Flächen zwar in
guter Qualität bedrucken – allerdings erfordert jedes individuelle Design eine zeit- und
kostenintensive Änderung des Klischees – der Druckmasken. Ein individuelles
Bedrucken von Gebrauchs- und Konsumgütern zu marktfähigen Kosten ist damit
natürlich nicht möglich.

Jahrelange Forschung und eine Kombination von digitaler und analoger Technik

PROFACTOR hat aufbauend auf jahrelanger Forschung Inkjet-Drucktechnologien
gemeinsam mit ITW Morlock eine Lösung entwickelt, die bislang einzigartig erscheint.
Sie verbindet digitale und analoge Technologien: Tampondruck und Inkjet-Druck
werden intelligent kombiniert.

Das Tampon wird mit Tinte bedruckt
Der in Zusammenarbeit mit dem Industrieunternehmen ITW Morlock entwickelte
digitale Tampondrucker funktioniert so: Das Tampon - der Druckstempel - ist eine
transparente und dünne Silikonmembran aus UV-PDMS mit einer feinen Mikrostruktur.
Sie wird in eine Halterung eingespannt und von einem Inkjet-Drucker mit den in
digitaler Form vorliegenden Fotos, Texten oder Sujets in klassischem 4c-Druck beliebig
bedruckt. Danach wird das Silikon aufgeblasen und mit dem zu bedruckenden Bauteil
in der Maschine in Kontakt gebracht.
Die auf diesem Weg aufgebrachte Druckertinte
wird mittels UV-Licht ausgehärtet und vollständig auf das Bauteil übertragen. Die
Membran wird danach abgezogen und ist innerhalb weniger Sekunden für einen neuen
Druck mit beliebigem Inhalt bereit. „Das Ganze hört sich recht einfach an, aber zum
Funktionieren müssen viele kleine Details berücksichtigt werden“, sagt Fechtig. „Die
Entwicklung der geeigneten Tinten wird von spezialisierten Partnern übernommen, wir
kümmern uns unter anderem um eine essenzielle Frage: wie löst sich die Tinte
vollständig von der Membran und wie haftet die Tinte verlässlich auf den Bauteilen.
Dafür sind unzählige Parameter zu berücksichtigen.“

Hersteller von Babyartikeln hat Interesse an diesem Verfahren
Das Modul wurde in Kooperation mit einem Babyartikel-Hersteller entwickelt. Fechtig:
„Da kommt noch dazu, dass die Tinte selbstverständlich allen Normen für Sicherheit
und Gesundheit entsprechen muss.“

Nach dem individuellen Dekor folgt: die individuelle Funktionalisierung
PROFACTOR-Geschäftsführer Christoph Breitschopf ist überzeugt, dass das digitale
Tampondruck-Modul für Aufsehen sorgen wird: „Wir haben damit etwas entwickelt,
dass einem produzierenden Unternehmen einen klaren Vorteil im Wettbewerb
verschaffen kann. Das entspricht exakt unserer Unternehmensphilosophie.“ Die
dekorative Individualisierung sei allerdings erst ein erster Schritt. Der Inkjet-Druck von
elektronischen Bauteilen, RFID-Antennen, Sensoren oder Elementen wie Photovoltaik-

Zellen mittels Inkjet-Druck und hochspezieller spezieller Tinten ist in den Labors bei
PROFACTOR längst Realität. Breitschopf: „Mittelfristig sollten Konsumprodukte mit
dem digitalen Tampondruck nicht nur vom Design her, sondern auch hinsichtlich
intelligenter Funktion vom Konsumenten individuell konfiguriert werden können.“

https://www.profactor.at/loesungen/dekorativer-und-funktioneller-digitaldruck/