Ö/WELT. Reinhard Schnakl, stellvertretender Leiter des Einsatzstabes und Bernhard Benka, Mitglied der Coronavirus-Taskforce im Gesundheitsministerium, informierten bei einem Pressebriefing am 1. März 2020 im Innenministerium über die aktuelle Lage. Derzeit gibt es in Österreich zehn positive Fälle, vier werden abgeklärt ...

Bei der im Rahmen der Koordination des Staatlichen Krisen- und Katastrophenmanagements im Einsatz- und Koordinationscenter (EKC) des Bundesministeriums für Inneres am 1. März 2020 um 8:30 Uhr abgehaltenen Lagebesprechung wurde die Situation zum Corona-Virus in Österreich ressortübergreifend analysiert. Bisher gab es 1.826 Testungen in Österreich, von denen zehn positiv waren und vier weitere abgeklärt werden. Italien liegt weltweit an dritter Stelle der Länder mit den meisten Erkrankten.

Zehn Erkrankte, vier in Abklärung, 1.826 Testungen
"Ich danke allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Innen- und Gesundheitsministerium sowie in allen anderen Ressorts und Länderorganisationen, die rund um die Uhr daran arbeiten und ihre Kompetenzen in den Einsatzstab einbringen, um die Ausbreitung des Corona-Virus‘ zu verhindern", sagte Reinhard Schnakl, stellvertretender Leiter des Einsatzstabes und Leiter der Gruppe II/A (Organisation, Dienstbetrieb und Einsatz) im Innenministerium. "Der Einsatzstab im BMI funktioniert ausgezeichnet, es findet ein regelmäßiger Austausch mit den wichtigsten Partnern statt, so wurde beispielsweise ein Treffen des erweiterten SKKM-Koordinationsausschusses unter Einbindung von Vertretern der Betreiber Kritischer Infrastruktur für morgen, Montag anberaumt." Außerdem stünden in den Bundesländern rund um die Uhr Kompetenzteams in den Landespolizeidirektionen und beim EKO Cobra zur Verfügung, um die ersteintreffenden Einsatzkräfte bestmöglich zu unterstützen, betonte Schnakl.

"Zurzeit gibt es in Österreich zehn bestätigte Corona-Virus-Erkrankte, vier weitere mögliche Fälle in Wien befinden sich momentan in Abklärung ", sagte Bernhard Benka, Mitglied der Taskforce zum Corona-Virus im Gesundheitsministerium, beim Pressebriefing am 1. März 2020 im Innenministerium. Die WHO betone, dass das Ausforschen von Kontaktpersonen das wichtigste Mittel sei, die Ausbreitung des Corona-Virus‘ zu verhindern, hob Benka hervor. "Die Polizei unterstützt uns dabei mit Kompetenzteams, um einer weiteren Ausbreitung des Virus‘ entgegenzuwirken."

Informationskampagne und Fachbeirat im Gesundheitsministerium
Der BMI-Einsatzstab hat gemeinsam mit dem Gesundheitsministerium eine breit gefächerte Informationskampagne entwickelt, in der einerseits dargestellt wird, wie man sich eigenverantwortlich schützen kann, und andererseits, wohin man sich wenden kann.

Im Gesundheitsministerium wurde eine "Task Force Corona" eingerichtet, mit zwei externen Sonderberatern – einerseits mit dem Bundesrettungskommandanten des Roten Kreuzes, Gerry Foitik, andererseits mit dem Rektor der MedUni Wien, Dr. Markus Müller, sowie weiteren acht Expertinnen und Experten.

Informations-Hotline 0800 555 621
Die Informations-Hotline 0800 555 621 wurde verstärkt. Dazu wurde das Call Center im Innenministerium hochgefahren, um die AGES zu unterstützen. Wenn Sie Symptome aufweisen oder befürchten erkrankt zu sein, bleiben Sie zu Hause und wählen Sie bitte 1450.

Einsatz- und Koordinationscenter im BMI
Das Bundesministerium für Inneres ist für die Koordination des Staatlichen Krisen- und Katastrophenmanagements verantwortlich; das Einsatz- und Koordinationscenter (EKC) ist dabei die zentrale 24/7-Informations-, Kommunikations- und Koordinationsplattform. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sammeln seit Dezember 2019 rund um die Uhr alle wesentlichen Informationen zum Corona-Virus, um die notwendigen Maßnahmen koordinieren zu können. Seit Jänner 2020 werden auch fortlaufend ressortübergreifend Lagebilder erstellt.

Tägliche Informationen zur aktuellen Lage zum Corona-Virus an die Öffentlichkeit erfolgen aus dem Medienzentrum im BMI und per Presseaussendung. In Anlassfällen wird separat informiert.

Internationale Lage
Auch zu den Behörden der umliegenden Länder besteht engmaschiger Kontakt und regelmäßiger Austausch der aktuellen Lage. Derzeit betroffene Länder und Territorien sind China (einschließlich der Sonderverwaltungszonen Hong Kong und Macau), Südkorea, Iran, Japan, Singapur, Kuwait, Thailand, Taiwan, Bahrain, Malaysia, Vereinigte Arabische Emirate, Vietnam, Irak, Israel, Oman, Indien, Libanon, Philippinen, Pakistan, Afghanistan, Aserbaidschan, Kambodscha, Nepal, Sri Lanka, Algerien, Ägypten, Nigeria, USA, Kanada, Mexiko, Brasilien, Australien, Neuseeland, Italien, Frankreich, Deutschland, Spanien, Vereinigtes Königreich, Schweden, Schweiz, Österreich, Norwegen, Kroatien, Griechenland, Finnland, Rumänien, Dänemark, Georgien, Niederlande, Russland, Weißrussland, Belgien, Estland, Island, Litauen, Monaco, Nordmazedonien und San Marino.

In der EU, dem EWR, dem Vereinigten Königreich, Monaco, San Marino und der Schweiz wurden bisher 1.398 bestätigte Fälle gemeldet. Italien liegt weltweit mit 1128 Erkrankten an dritter Stelle der Länder mit den meisten Infektionen. In den USA gibt es den ersten Fall, in dem ein am Corona-Virus Infizierter ums Leben gekommen ist.

Informationen zur internationalen Lage sind unter https://www.ecdc.europa.eu/en/news-events abrufbar.

Das Bundesministerium für Europäische und internationale Angelegenheiten informiert unter https://www.bmeia.gv.at/ zu aktuellen Vorsichtsmaßnahmen bei Auslandsreisen.