WELS / STEYR. Kaum sind die letzten Eindrücke der Lidl Tour of Austria und der Tour de France verarbeitet, richtet sich der Blick der Radsportfans traditionell nach Wels. Nur drei Tage nach dem Finale der Frankreich-Rundfahrt verwandelt sich die Messestadt Jahr für Jahr in eine Bühne für rasanten Radsport und zieht zahlreiche Zuschauer an die Strecke.
Start und Ziel befanden sich auch heuer am Kaiser-Josef-Platz. Von dort ging es auf den nur 800 Meter langen Rundkurs mit seinen vier markanten 90-Grad-Kurven, die den Fahrern Runde für Runde höchste Konzentration und perfektes Timing abverlangten. 60 Runden beziehungsweise 48 Kilometer standen für die Elite am Programm. Kaum eine Passage bot Gelegenheit zum Durchschnaufen – stattdessen jagte das Feld mit Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 60 km/h durch die Welser Innenstadt und sorgte für ein spektakuläres Rennen.
Das Team Hrinkow Advarics präsentierte sich von Beginn an offensiv. Nach zahlreichen Tempoverschärfungen und Attacken setzte sich im Finale eine fünfköpfige Spitzengruppe vom Feld ab. Mit dabei war auch der mehrfache Welser Sieger Riccardo Zoidl, der bei seinem bereits 19. Start auf dem Innenstadtkurs einmal mehr seine Klasse unter Beweis stellte. Immer wieder versuchte der Oberösterreicher mit beherzten Attacken, die Spitzengruppe auseinanderzufahren und die Entscheidung vorzeitig herbeizuführen. Seine Vorstöße blieben jedoch ohne Erfolg.
Zwei Runden vor dem Ziel gelang schließlich Michael Gogl die entscheidende Attacke. Der Staatsmeister der Straße setzte sich als Solist von seinen Begleitern ab und brachte seinen Vorsprung souverän ins Ziel. Rang zwei ging an Sebastian Putz vor Gregor Mühlberger. Riccardo Zoidl musste sich nach seinem engagierten Rennen mit dem starken fünften Platz zufriedengeben.
„Es war sehr heiß heute. Aber die Beine waren gut, also habe ich mein Glück versucht“, resümierte Riccardo Zoidl nach dem Rennen, der mit seiner offensiven Fahrweise einmal mehr zu den Aktivposten des Abends zählte.