Oben: Waldbahn Reichraminger Hintergebirge 197. Foto © ÖBf

Die Österreichischen Bundesforste blicken in Reichraming auf eine bewegte Geschichte zurück – vom einst legendären Betrieb der Waldbahn bis zum heutigen Nationalpark Kalkalpen. Ein Jahrhundert geprägt von Geschichte, gelebter Tradition, ökologischer Verantwortung und der Entwicklung zu einem der wertvollsten Naturjuwele Österreichs.

STEYR-LAND. 2025 feiern die Österreichischen Bundesforste (ÖBf) ihr 100-jähriges Bestehen – ein stolzes Jubiläum in einer Welt, die sich rasant verändert. Doch während 100 Jahre für uns Menschen eine lange Zeit sind, ist es für die Natur oft nur ein Augenblick. So wie für die älteste bekannte Buche im Alpenraum, die im Nationalpark Kalkalpen steht – mit ihren beeindruckenden 552 Jahren ein lebendiges Symbol für Beständigkeit und Wandel zugleich. Seit einem Jahrhundert gestalten die Bundesforste die heimischen Landschaften mit – einst als traditioneller Forstbetrieb, heute als modernes Unternehmen mit Verantwortung für Biodiversität, Klimaschutz und nachhaltige Entwicklung. Besonders eindrucksvoll zeigt sich dieser Wandel im Reichraminger Hintergebirge, einem Gebiet mit bewegter Vergangenheit und klarem Blick in die Zukunft.

Einst Zentrum intensiver Holznutzung, war die Region geprägt von der legendären Waldeisenbahn Reichraming. Zwischen 1919 und 1971 transportierte sie Baumstämme aus den entlegenen Tälern ins Tal – ein technisches Meisterwerk und Symbol des Wiederaufbaus nach dem Ersten Weltkrieg. Die Hintergebirgsstrecke nahm aufgrund ihrer Größe und technischen Standards eine Sonderstellung unter Österreichs Waldbahnbetrieben ein. Die Erschließung galt als die schwierigste und flächenmäßig größte Forstaufschließung des Landes. Rund 150 Forstarbeiter der Österreichischen Bundesforste fanden hier über Jahrzehnte Beschäftigung. Nach deren Einstellung 1971 wurde die Strecke demontiert und auf den Bahntrassen Forststraßen angelegt.

Doch mit dem Ende der Waldbahn begann ein neues Kapitel. In den 1980er-Jahren scheiterte der Bau eines geplanten Wasserkraftwerks – ein Wendepunkt, der das wachsende ökologische Bewusstsein der Bevölkerung widerspiegelte. Die entscheidende Weichenstellung erfolgte 1997 mit der Gründung des Nationalparks Kalkalpen. Rund 90 Prozent der Fläche wurden von den Bundesforsten eingebracht. Heute ist das Gebiet Teil der größten Waldwildnis Österreichs und UNESCO-Weltnaturerbe – mit Urwaldresten, ursprünglichen Buchenbeständen und seltenen Arten wie Luchs, Auerhuhn oder Weißrückenspecht – und somit eines der wertvollsten Naturjuwele des Landes.

Die ÖBf haben hier Verantwortung übernommen – damals wie heute. 13 Mitarbeiter des Nationalparkbetriebes der Österreichischen Bundesforste mit Sitz in Reichraming kümmern sich aktuell um das Waldmanagement, den Schutz einzigartiger Lebensräume sowie um die Regulierung des Schalenwildes im Nationalpark.

Im Zuge des 100-jährigen Jubiläums der Bundesforste gibt es in der Region auch themenbezogene Veranstaltungsangebote:

24. August: Jubiläumsfeier unter dem Motto "Fit radle mit" im Nationalpark Kalkalpen
Am 24. August 2025 heißt es wieder “auf die Radeln, fertig, los”. Im Rahmen des 100- jährigen Jubiläums der Österreichischen Bundesforste wird es ein Aufleben der früher beliebten Radveranstaltung “Fit radle mit” im Nationalpark Kalkalpen geben. Bei der Großen Klause erwartet die fleißigen Radlerinnen und Radler ein spannendes Rahmenprogramm.

6. September: Führung „Historische Alm- und Forstwirtschaft“
Wunderschöne Jubiläumstour anlässlich „100 Jahre Österreichische Bundesforste“ in den Bodinggraben bei Molln. Der Nationalpark Kalkalpen und die ÖBf setzen sich gemeinsam für den Schutz unseres Naturerbes und die behutsame Nutzung alter Kulturlandschaften ein. Ein besonderes Anliegen ist dabei der Erhalt der Almwirtschaft.

Nähere Informationen zu den Veranstaltungen finden Sie unter: https://www.kalkalpen.at/veranstaltungskalender 

Unten: Die Waldbahntrasse im Reichraminger Hintergebirge heute. Foto © Wurmböck / ÖBf

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