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OÖ. Der Faserhersteller Lenzing hat angekündigt, am Standort in Oberösterreich bis zu 600 Arbeitsplätze abzubauen. Der geplante Stellenabbau betrifft insbesondere die Verwaltung: 300 Arbeitsplätze sollen wegfallen, davon 250 noch dieses Jahr. Die Streichung von weitere 300 Stellen ist bis 2027 vorgesehen. Das Unternehmen verfolgt damit das Ziel, die Verwaltung zu verschlanken und die jährlichen Kosten um bis zu 45 Millionen Euro zu senken.

Parallel zur Aufsichtsratssitzung fand eine Betriebsversammlung statt, an der rund 1.000 Beschäftigte teilnahmen. Die Belegschaft verabschiedete eine Resolution, in der sie den Erhalt der Arbeitsplätze fordert. Scharfe Kritik kam von Gewerkschaft, Betriebsrat und Kommunalpolitik. Sie warnten vor massiven wirtschaftlichen Folgen für die gesamte Region, sollte es zu den angekündigten Kürzungen kommen.

Der Faserhersteller Lenzing beschäftigt global etwa 7.700 Mitarbeiter, wobei rund 3.000 am Hauptsitz in Lenzing tätig sind. Trotz der Herausforderungen durch die US-Zollpolitik konnte die Lenzing-Gruppe zuletzt einen leichten Aufschwung verzeichnen. Im ersten Halbjahr stieg der Umsatz im Vergleich zur ersten Hälfte des Vorjahres um 2,3 Prozent auf 1,34 Milliarden Euro. Das Unternehmen erzielte einen Gewinn von 15,2 Millionen Euro, nachdem im Vorjahreszeitraum noch ein Verlust von 65,4 Millionen Euro verzeichnet wurde.

Lenzing spezialisiert sich auf die Verarbeitung von Holz zu Zellstoff und produziert daraus Fasern für die Mode-, Handels-, Industrie-, Kosmetik- und Hygiene-Sektoren. Der Hauptaktionär der Lenzing AG ist die österreichische Industrieholding B&C, die einen Anteil von 37,25 Prozent hält. Ursprünglich von Bank Austria und Creditanstalt im Jahr 2000 gegründet, hat die B&C-Gruppe im Jahr 2024 ihre Mehrheit an Lenzing reduziert. Der brasilianische Zellstoffkonzern Suzano erwarb dabei einen Anteil von 15 Prozent.

 

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