Foto © Bürger:innen Initiative Rettet den Inneren Wehrgraben

STEYR. Die Bürger:inneninitiative „Rettet den Inneren Wehrgraben“ hat dem Bürgermeisterbüro einen von insgesamt 702 wahlberechtigten Personen unterschriebenen Antrag zum Thema der geplanten künstlichen Flusswelle übergeben. Die Initiative ersucht darin, das Thema im Gemeinderat zu behandeln bzw. die Errichtung der Flusswelle an der geplanten Stelle im inneren Wehrgraben zu untersagen. 

Die Überlegungen eines Immobilieninvestors sowie eines Sportvereins, in unmittelbarer Nähe zu privaten Wohnhäusern im ensemblegeschützten Steyrdorf sowie im seit 1987 als Industriedenkmal geschützten Wehrkanal eine Freizeitanlage zu bauen, wurden bereits im Jahr 2024 kontrovers diskutiert. 

Vertreterinnen und Vertreter der Initiative kritisieren, dass die betroffenen Anrainer nicht eingebunden worden seien. Zudem kam es laut Angaben der Initiative zu gerichtlichen Auseinandersetzungen, die zugunsten einzelner Bewohner entschieden worden seien.

"Wehrgraben als Kulturdenkmal und Erholungsraum erhalten"
Die Unterzeichner des Antrags sprechen sich dafür aus, den Inneren Wehrgraben als Kulturdenkmal sowie als innerstädtischen Natur- und Erholungsraum zu erhalten. Die Initiative bezeichnet das Gebiet als „Wohn-Campus“ mit besonderem Charakter und warnt vor einer „Funmeile“. Grundsätzlich habe man jedoch nichts gegen eine maßvolle Belebung, etwa durch ein zusätzliches Tageslokal oder einen Nahversorger.

Als Argument gegen die geplante Wellenanlage verweist die Initiative unter anderem auf Sicherheitsaspekte, auf rechtliche Rahmenbedingungen – wie Eigentums- und Wasserrechte, Denkmalschutz oder Naturschutz – sowie auf mögliche Auswirkungen auf Verkehr, Lärm und den Lebensraum im Wehrgraben. Auch finanzielle Überlegungen werden genannt: Die Errichtungskosten solcher Anlagen würden laut Initiative im mindestens siebenstelligen Bereich liegen, zusätzlich seien laufende Wartungs- und Betriebskosten zu berücksichtigen.

Zudem verweist die Initiative auf Entwicklungen an anderen Standorten: Nach einem tödlichen Unfall an der Eisbachwelle in München würden künstliche Wellenanlagen verstärkt sicherheitstechnisch überprüft. Eine weitere große Anlage existiere bereits in Ebensee. Für den 15. Dezember 2025 ist laut Initiative ein Treffen mit Bürgermeister Markus Vogl geplant. Eine Delegation will dabei die Unterschriften sowie Vorschläge zur Weiterentwicklung des Gebietes übergeben.

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