STEYR / STEYR-LAND / OÖ. Der Arbeitsmarkt in Steyr und Steyr-Land zeigt sich im Juni 2026 leicht verbessert. Laut aktuellem Monatsbericht des AMS Steyr liegt die Arbeitslosenquote im Bezirk bei 7,5 Prozent und damit unter dem Vorjahreswert von 7,7 Prozent. Österreichweit beträgt die Quote 6,9 Prozent (Vorjahr 6,7), in Oberösterreich 4,9 Prozent – unverändert zum Vorjahr.
Insgesamt waren im Juni 3.354 Personen beim AMS Steyr arbeitslos vorgemerkt. Das entspricht einem Rückgang von 2,1 Prozent bzw. 73 Personen gegenüber Juni 2025. Damit entwickelt sich der Bezirk günstiger als das Bundesland insgesamt (OÖ: +1,0 % Arbeitslose zum Vorjahr).
Stadt Steyr mit Minus, Steyr-Land leicht im Plus
Von den 3.354 vorgemerkten Arbeitslosen entfallen 2.063 auf die Stadt Steyr. Das bedeutet einen Rückgang um 89 Personen bzw. 4,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Im Bezirk Steyr-Land waren 1.291 Personen beim AMS arbeitslos gemeldet, um 16 mehr als im Juni 2025 (+1,3 %). Deutliche Zuwächse verzeichnen etwa Wolfern (+31,0 %), Ternberg (+26,9 %), Dietach (+12,7 %) und St. Ulrich (+11,5 %), während Gemeinden wie Gaflenz (-23,5 %), Laussa und Schiedlberg (je -21,1 %) sowie Pfarrkirchen und Rohr im Kremstal (je -18,6 %) klare Rückgänge melden.
Arbeitslose nach Altersgruppen
Besonders stark rückläufig ist die Jugendarbeitslosigkeit bei den unter 19-Jährigen: In dieser Gruppe waren im Juni 50 Personen vorgemerkt, um 18 weniger als im Vorjahr (-26,5 %).
In den Altersgruppen zeigt sich folgendes Bild:
- 20–24 Jahre: 311 Personen, +8,4 % zum Vorjahr
- 25–29 Jahre: 325 Personen, -15,1 %
- 30–39 Jahre: 797 Personen, -2,6 %
- 40–49 Jahre: 691 Personen, nahezu stabil (-0,1 %)
- 50–59 Jahre: 845 Personen, -1,7 %
- 60+ Jahre: 335 Personen, +5,0 %
In Summe bestätigt sich damit der leichte Rückgang der Arbeitslosigkeit über alle Altersgruppen hinweg auf 3.354 Personen (-2,1 %).
Qualifikation: Rückgang bei Pflichtschulabsolvent:innen, Zunahme bei höher Gebildeten
Ein Blick auf die Ausbildung zeigt: Am stärksten vertreten unter den Arbeitslosen sind Personen mit Pflichtschulabschluss (1.578, -5,1 % zum Vorjahr) und Lehrabschluss (1.112, -3,8 %). In diesen Gruppen ist die Arbeitslosigkeit rückläufig.
Zuwächse gibt es hingegen bei Personen mit höherer Ausbildung:
- Höhere Schulen: 288 Personen, +12,5 %
- Akademische Ausbildung: 195 Personen, +18,2 %
Insgesamt bestätigt die Ausbildungsstatistik ebenfalls den Gesamtstand von 3.354 Arbeitslosen (-73 Personen).
Mehr offene Stellen und Jobchancen
Positiv entwickelt sich die Nachfrage nach Arbeitskräften. Im Juni wurden im Betreuungsbereich des AMS Steyr 558 neue Stellen gemeldet – um 62 mehr als im Vorjahr. Am Monatsende standen 923 sofort verfügbare Jobangebote zur Verfügung, ein Plus von 44 gegenüber Juni 2025.
Der Gesamtbestand offener Stellen im Bezirk lag laut Bericht bei 968 Positionen.
Lehrstellen: Deutlich mehr Angebote als Suchende
Der Lehrstellenmarkt präsentiert sich günstig für Jugendliche: 111 sofort verfügbare Lehrstellen wurden gemeldet, um 53 mehr als im Vorjahr. Dem gegenüber stehen 68 sofort verfügbare Lehrstellensuchende (+6). Insgesamt führt das AMS 165 offene Lehrstellen und 180 Lehrstellensuchende (ohne Einstellzusage).
Damit übersteigt das Angebot an Lehrplätzen in mehreren Bereichen die Zahl der aktiv suchenden Jugendlichen.
Langzeitarbeitslosigkeit bleibt Herausforderung
Sorge bereitet weiterhin die Langzeitarbeitslosigkeit. Im Juni waren 874 Personen bereits länger als ein Jahr beim AMS Steyr vorgemerkt. Das entspricht einem deutlichen Anstieg um 157 Personen bzw. 21,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Damit liegt der Bezirk in etwa im Trend des Bundeslandes (OÖ: +22,6 %).
Fazit
Der Arbeitsmarkt in Steyr und Steyr-Land zeigt im Juni 2026 ein gemischtes Bild: Insgesamt sinkt die Arbeitslosigkeit leicht, insbesondere in der Stadt Steyr und bei Jugendlichen. Gleichzeitig steigt die Zahl der offenen Stellen und Lehrplätze spürbar an.
Gleichzeitig bleibt die wachsende Zahl langzeitarbeitsloser Menschen eine zentrale Herausforderung für Arbeitsmarktpolitik, Qualifizierungsangebote und Betriebe in der Region.