• BEZIRK: KRONSTORF, LINZ-LAND
Foto © BÜRGER:INNENINITIATIVE RECHENZENTRUM KRONSTORF

KRONSTORF / LINZ-LAND. Rund 250 Demonstrant:innen haben heute, Freitag, an der Großbaustelle des Google‑KI‑Rechenzentrums in Kronstorf gegen das Projekt protestiert. Aufgerufen hatte die Bürger:innen‑Initiative „Rechenzentrum Kronstorf“, die die Kundgebung unter das Motto „Digitalisierung braucht Demokratie!“ stellte.

Im Mittelpunkt des Protests stehen weiterhin der hohe Ressourcenverbrauch des Rechenzentrums (Strom, Kühlwasser aus der Enns und Grundwasser), der Verlust von wertvollem Ackerboden sowie die als intransparent kritisierte Informationspolitik rund um Verträge und Prüfverfahren.

Thomas Fink, Mitbegründer der Initiative, erklärte: „Der US-Techkonzern Google baut in Kronstorf auf einer Fläche von 50 Hektar ein sogenanntes Hyperscale-Rechenzentrum – eines der größten in Europa. Dafür werden rund 70 Fußballfelder wertvolles Ackerland verbaut. Gleichzeitig sind die langfristigen Auswirkungen auf die Enns, das Grundwasser und die regionale Energieversorgung noch nicht ausreichend geklärt.“

"Die Kühlung mit Grundwasser war die einfachste Option für den US-Konzern Google und die oberösterreichischen Entscheidungsträger. Für die Bevölkerung und die Umwelt ist es jedoch die schädlichste Option. Wir fordern absolute Transparenz bei Großbauprojekten, die massiv in unser Leben eingreifen, sowie Schutz unserer besten Ackerböden, unseres Grundwassers und unserer Flüsse.“ Konkret soll das Rechenzentrum von Google einer Umweltverträglichkeitsprüfung unterzogen werden.", so Fink weiter. 

Harald Müllner, Mitglied der Bürger:inneninitiative, ergänzte: „Wir setzen uns auch dafür ein, dass kritische Daten und digitale Infrastruktur unter demokratischer Kontrolle bleiben.“

Die Forderungen der Initiative zusammengefasst:

  • transparente Entscheidungsprozesse und volle Transparenz bei Großbauprojekten
  • verbindliche Umweltverträglichkeitsprüfungen für Projekte dieser Größenordnung
  • objektive Aufklärung über mögliche negative Auswirkungen
  • konsequenter Schutz von Boden, Wasser, Klima und Energieversorgung
  • keine Nutzung von Trinkwasser für die Kühlung
  • keine weitere Verbauung von fruchtbarem Ackerland
  • Besteuerung der Gewinne dort, wo die Ressourcen verbraucht werden
  • Stärkung der digitalen Souveränität Österreichs und Europas
  • faire soziale Standards und verantwortungsvolles Wirtschaften
  • bessere Vernetzung von Bürgerinitiativen und Gemeinden, um Erfahrungen zu teilen und gemeinsam handlungsfähig zu werden
  • Stopp der weiteren Ausbaustufe in Kronstorf
  • keine Rechenzentren von US-amerikanischen Tech-Giganten in Österreich

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