• BEZIRK: OBERÖSTERREICH
Oben von links: Landes-Feuerwehrkommandant-Stv. Michael Hutterer, Landes-Feuerwehrkommandant Robert Mayer, Landeshauptmann Thomas Stelzer, Feuerwehr- und Katastrophenschutz-Landesrätin Michaela Langer-Weninger und Landes-Feuerwehrinspektor Karl Kraml. Foto © Land OÖ / Max Mayrhofer

OÖ. Rund 95.000 Feuerwehrmitglieder leisten in Oberösterreich jedes Jahr mehr als sieben Millionen Stunden ehrenamtlich. Gleichzeitig steigen die Anforderungen: Einsätze werden komplexer, neue Technologien bringen zusätzliche Gefahren, Extremwetterereignisse nehmen deutlich zu.

Mehr Einsätze, mehr Extremwetter
Die Feuerwehren werden jährlich zu rund 13.000 Brandeinsätzen alarmiert. Besonders stark gestiegen sind die Unwettereinsätze: In „ruhigen“ Jahren sind es rund 5.000 Einsätze, 2021 bereits etwa 12.600, 2023 mehr als 13.600. Das verlangt nach moderner Ausbildung, leistungsfähiger Logistik und einer Infrastruktur, die Katastrophenschutz, Koordination und Einsatzvorbereitung langfristig absichert.

Großprojekt für Ausbildung und Katastrophenschutz
Mit dem neuen Oö. Feuerwehrzentrum entsteht eines der größten Zukunftsprojekte im heimischen Feuerwehrwesen. An einem Standort werden Ausbildung, Katastrophenschutz, Logistik, Koordination, Organisation und Service gebündelt. Das Land Oberösterreich und der Oö. Landes-Feuerwehrverband investieren dafür rund 100 Millionen Euro.

Landeshauptmann Thomas Stelzer betont: „Unsere Feuerwehren sind das Rückgrat der Sicherheit in Oberösterreich. Wer ihre Zukunft absichert, investiert unmittelbar in den Schutz der Menschen in unserem Land. Mit dem neuen Feuerwehrzentrum schaffen wir die Voraussetzungen dafür, dass unsere Einsatzkräfte auch in Zukunft bestmöglich ausgebildet, ausgerüstet und auf neue Herausforderungen vorbereitet sind. Sicherheit beginnt lange bevor die Sirene heult – sie beginnt mit guter Ausbildung, moderner Infrastruktur, einer vorausschauenden Planung und der Bereitschaft so vieler Freiwilliger.“

Realitätsnahe Ausbildung statt Platznot
Für Atemschutz- und Heißausbildungen, Realbrandübungen, Hochwassertrainings und komplexe Technik- und Katastrophenszenarien braucht es realitätsnahe Bedingungen. Der bestehende Standort stößt hier räumlich und funktional an seine Grenzen.

Landes-Feuerwehrkommandant Robert Mayer unterstreicht: „Unsere Mitglieder brauchen Ausbildung, die so nahe wie möglich an der Realität ist. Die Anforderungen an die Feuerwehren steigen laufend. Das neue Feuerwehrzentrum schafft die notwendigen Voraussetzungen, um unsere Kameradinnen und Kameraden bestmöglich auf Einsätze vorzubereiten und die hohe Qualität der Ausbildung langfristig abzusichern.“

Standort St. Marien im Fokus
Eine Standortanalyse auf Basis eines Kriterienkatalogs hat landeseigene Flächen in der Gemeinde St. Marien als Favorit hervorgebracht. Ausschlaggebend sind ausreichend Entwicklungsmöglichkeiten für die kommenden Jahrzehnte, zentrale Lage, gute Erreichbarkeit und wirtschaftliche Weiterentwicklungschancen. In vertiefenden Gesprächen mit der Gemeinde sollen nun die konkreten Umsetzungsmöglichkeiten geprüft werden.

Feuerwehr- und Katastrophenschutz-Landesrätin Michaela Langer-Weninger: „Sicherheit entsteht dort, wo Menschen Verantwortung übernehmen. Unsere Feuerwehren leisten Tag für Tag Außergewöhnliches. Mit dem neuen Oö. Feuerwehrzentrum schaffen wir die Voraussetzungen, damit unsere Einsatzkräfte auch künftig unter bestmöglichen Bedingungen realitätsnah ausgebildet werden können. Das ist eine Investition in die Sicherheit der Bevölkerung und ein starkes Zeichen der Wertschätzung für die 95.000 Feuerwehrmitglieder in Oberösterreich.“

Schrittweise Umsetzung, Baubeginn in drei bis vier Jahren
Die Projektumsetzung soll schrittweise und mit wirtschaftlicher Verantwortung erfolgen. Der bestehende Standort wird verwertet, der Erlös fließt in das Gesamtprojekt. Auf die Planungs- und Genehmigungsphase folgen ein Architektenwettbewerb sowie die technische und organisatorische Detailplanung. Mit einem Baubeginn ist aus heutiger Sicht in etwa drei bis vier Jahren zu rechnen.

Landeshauptmann Stelzer abschließend: „Die Herausforderungen werden größer. Deshalb müssen auch unsere Möglichkeiten wachsen. Mit dem neuen Feuerwehrzentrum schaffen wir eine Zukunftsversicherung für Oberösterreich und sorgen dafür, dass unser Feuerwehrwesen auch in den kommenden Jahrzehnten zu den leistungsfähigsten Europas zählt.“

 

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