Mehr als 325.000 Anfragen bearbeiteten die Expertinnen und Experten der AK Oberösterreich in ihrer Zentrale in Linz und in den 14 Bezirksstellen im Jahr 2019. Sie erkämpften fast 118 Millionen Euro. Auffällig viele Beratungen gab es im Vorjahr zu sozialrechtlichen ...


Themen, wie Pension oder Pflegegeld. Wie sehr die Mitglieder die Arbeit
der AK schätzen, zeigte erneut eine IFES-Umfrage: Im Vertrauensranking
der Institutionen liegt die Arbeiterkammer nach wie vor auf Platz 1, die
Zufriedenheit mit dem Service durch die AK ist bei den Betroffenen
ungebrochen hoch.

Die AK ist eine starke Partnerin für ihre rund 674.000 Mitglieder in
Oberösterreich. Die Zahl der Ratsuchenden ist 2019 erneut gestiegen:
Insgesamt suchten die AK-Mitglieder im vergangenen Jahr 325.539 Mal
persönlich, telefonisch oder per E-Mail Rat und Hilfe bei der AK
Oberösterreich.

Rat und Hilfe in unmittelbarer Nähe
Die meisten Anfragen betrafen 2019 auch in den Bezirken das Arbeits- und
Sozialrecht. Viele Mitglieder nutzten die Möglichkeit, sich Rat und Hilfe direkt
in ihrer Region zu holen – in einer der 14 AK-Bezirksstellen in ganz
Oberösterreich. Die Arbeiterkammer setzt ganz bewusst auf die
Dezentralisierung ihrer Serviceleistungen. Die Mitglieder sollen alle
Beratungsangebote kostenlos und in gleich hoher Qualität auch in ihrer
Region in Anspruch nehmen können. Das spart Zeit und Wege. Die AK
Oberösterreich bietet auch viele Informationsveranstaltungen und
Kulturangebote nicht nur in der Zentrale in Linz, sondern auch in den Bezirken
an.

Sozialrechtliche Sorgen werden mehr
Die Anzahl der persönlichen Beratungen insgesamt sind 2019 im Vergleich
zum Vorjahr relativ konstant geblieben. Auffällig ist aber folgende Entwicklung:
Während die Zahl der Anfragen im Arbeitsrecht (etwa Kündigung, Lohn,
Arbeitszeit) um mehr als sechs Prozent zurückgegangen ist, ist jene zu
sozialrechtlichen Belangen (zum Beispiel Pension, Pflege von Angehörigen,
Rente) um 17 Prozent gestiegen. Das Verhältnis von Beratung in Arbeitsrecht

zu Sozialrecht lag 2019 bei 67 zu 33 Prozent. Im Jahr davor waren es noch 72
zu 28 Prozent.

Großer Andrang auf Pensionshotline
Zahlreiche Mitglieder wandten sich an die AK, nachdem das Parlament im
Sommer 2019 die Regelung beschlossen hatte, dass man nach 45 Jahren
Erwerbstätigkeit ohne Abschläge in Pension gehen könne – auch, wenn man
schon vor dem Regelpensionsalter (Männer 65 Jahre, Frauen 60 Jahre) in
den Ruhestand wechselt. Eine wichtige Forderung der AK wurde damit erfüllt
und sorgte nicht nur für großes mediales Aufsehen, sondern auch für einen
enormen Beratungsbedarf bei den Betroffenen. Die AK Oberösterreich richtete
rasch eine Telefon-Hotline mit der Durchwahl 4562 ein, die die Ratsuchenden
direkt zu den Pensionsexperten/-innen führte. Rund 700 Anrufer/-innen waren
zwischen Ende September und Ende Dezember allein unter dieser „Spezial-
Hotline“ zu verzeichnen.

Neuer „Dauerbrenner“ Pflegegeld
Die Arbeiterkammer Oberösterreich hat im Rahmen des bundesweiten
Zukunftsprogramms der Arbeiterkammern ein neues Angebot eingeführt: Seit 2018
berät sie in Sachen Pflegegeldeinstufung. Viele Menschen wenden sich
seither an AK-Experten/-innen, weil sie falsch eingestuft werden. Ihre
Verzweiflung ist besonders groß, weil finanzielle Sorgen und häufig auch
schwere Schicksalsschläge zusammenkommen, die oft ganze Familien
erschüttern. Entsprechend stark ist die Zahl der Beratungen 2019
angestiegen: auf mehr als 1.100 alleine im Vorjahr. Die AK konnte für die
Betroffenen wieder einiges erreichen.