STEYR. Im September 2019 beantragte NEOS Gemeinderat Pit Freisais gemeinsam mit den Grünen erfolgreich, dass Steyr nach fast 20 Jahren ein modernes Verkehrskonzept bekommt. Mit dem Konzept wird die Grundlage der Steyrer Verkehrspolitik für die nächsten ein bis zwei Jahrzehnte gelegt ...

Im letzten Mobilitätsausschuss wurde der inoffizielle Startschuss für die Umsetzung gegeben. Da SPÖ, FPÖ und ÖVP eine Neuauflage des Konzepts durch externe Experten ablehnten, steht die zuständige Abteilung vor einer großen Herausforderung. “Steyr ist die Stadt der kurzen Wege. Der Fokus muss auf Fußgänger, Radfahrer und neue Mobilität liegen. Hier wird seit Jahrzehnten riesiges Potential völlig vernachlässigt. Das schadet uns im Wettbewerb der Regionen” gibt Freisais die Richtung vor. “Als Fußgänger und Radfahrer ist man in Steyr in vielen Situationen Freiwild und bestenfalls im Verkehr geduldet. Ich möchte, dass man hindernisfrei von A nach B kommt ohne niedergehupt zu werden oder um seine Gesundheit Angst haben zu müssen.” Bis es zu einer solchen Umsetzung kommt, müssen zahlreiche Schwierigkeiten gelöst werden.

Freisais Forderung nach einer Neuerstellung des Verkehrskonzepts durch externe Experten wurde durch SPÖ, FPÖ und ÖVP nicht unterstützt. Möglich war nur die Lösung einer magistratsinternen Neuauflage des Verkehrskonzepts. Die von der Stadtregierung vorgeschlagene magistratsinterne Überarbeitung gestaltet sich zwar kostengünstiger, allerdings reklamierte die zuständige Abteilung bereits, dass eine vollständige Überarbeitung des alten, 800seitigen Konzepts mit Projekten in allen Bereichen der Mobilität mit den vorhandenen Ressourcen nicht vorstellbar ist. “Jetzt ist die Stadtpolitik am Zug eine klare Richtung für die Überarbeitung vorzugeben. Die Linie von NEOS steht bereits” kündigt der NEOS Gemeinderat an.

Drei Arbeitsschritte zum zukunftsfitten Verkehrskonzept
Freisais sieht drei notwendige Arbeitsschritte für ein günstiges Konzept mit maximalen Nutzen: “Der erste Schritt muss die Analyse, Aus- und Bewertung des Ist-Zustands des gesamten Vekehrs in Steyr sein. Dazu werden Verkehrserhebungen notwendig sein. Wichtig ist auch die Einbindung und Befragung der Bürgerinnen und Bürger um Problemstellen auszumachen und Ideen zu sammeln. Für die Datenerhebungen wird wahrscheinlich der Leistungszukauf von externen Anbietern notwendig”.

“Im zweiten Schritt gehört das aktuelle Ergebnis mit dem alten Konzept abgeglichen. Altes Zahlenwerk, überholte Projekte oder abgeschlossene Themen gehören aussortiert. Damit gewinnt die Stadt das Grundlagenpapier für die Verkehrspolitik in den nächsten Jahren” führt Freisais weiter aus.

“Auf dieser Basis muss im letzten Schritt der Fokus ganz konkret auf Maßnahmen für Fußgänger, Radfahrer und neue Mobilität gelegt werden. Jede Straße, jeder Verkehrsweg muss fußgänger- und radfreundlich werden. Ohne Auto unterwegs zu sein muss eine attraktive Alternative sein” fordert Freisais.

“Im Bereich der neuen Mobilität gehören die Zukunftspotentiale für Steyr ausgelotet. Zum Beispiel wird die Elektromobilität die Stadt vor Herausforderungen stellen. Wie lädt man sein E-Auto bei einem Mehrparteienhaus? Solche und viele andere Fragen gehören jetzt durchdacht”.

Konkrete Anforderungen an das Verkehrskonzept von NEOS

Fußgänger & Radfahrer: NEOS setzt sich für durchgängige Geh- und Radwege in Steyr ein. Derzeit sind die meisten Hauptverkehrswege extrem unattraktiv oder sogar gefährlich gestaltet. Steyr als Stadt der kurzen Wege muss hier eine Vorreiterrolle einnehmen. Jedes Ziel in Steyr muss zu Fuß und mit dem Rad bevorzugt erreicht werden können. Gefordert wird in diesem Zug auch die Begrünung und Verschönerung der Verkehrsflächen. Das gesamte Stadtgebiet soll nicht nur praktisch sondern auch schön, gemütlich und stadtbildfördernd sein. Straßen wie zB die Ennser Straße, der Posthofberg, die Seifentruhe, die Doktor-Klotz-Straße, die Haratzmüllerstraße oder die Haager Straße brauchen dringend ein Update.

Neue Mobilität: Die nächsten Jahre werden die uns bekannte Mobilität umkrempeln. E-Mobilität, Rent- und (Car-)Sharingmodelle, intelligente Ampel- und Leitsystem und autonome Mobilität (privat und öffentlich) sind nur einige Beispiele. Diese Zukunftsthemen müssen heute schon durchdacht und die Weichen gestellt werden.