STEYR. Liebe Steyrerinnen, liebe Steyrer! Der durch die Corona-Krise verursachte wirtschaftliche Schaden ist in seiner Gesamt-Dimension derzeit nicht einmal ansatzweise abzuschätzen. Fest steht leider aber schon jetzt, dass auch hunderte Steyrer Klein- und Mittelbetriebe enorme, teilweise existenzbedrohende finanzielle Einbußen zu verzeichnen haben ...

Zusätzlich steigt die Arbeitslosigkeit – trotz guter Inanspruchnahme der Kurzarbeit – sprunghaft an. Und auch die Finanzen der Stadt laufen durch einen deutlichen Rückgang der Steuereinnahmen bei gleichzeitig massiv steigenden Ausgaben aus dem Ruder.

Trotzdem versuchen wir in dieser schwierigen Phase – auch als Stadt – im Rahmen unserer Möglichkeiten zu helfen und zu unterstützen. So haben wir als Sofortmaßnahme für sämtliche Schanigärten in Steyr, die hoffentlich bald wieder aufsperren dürfen, die gesamte Jahrespacht gestrichen.

Gleichzeitig verzichten wir bei allen Gewerbetreibenden, die Mieter in städtischen Objekten oder auch Objekten der städtischen Wohnungsgesellschaft GWG sind, solange auf die Mietkosten, solange die behördliche Schließung ihrer Räumlichkeiten angeordnet bleibt. Selbstverständlich heben wir seit der verordneten Schließung in den städtischen Kindegärten und Horten auch keine Elternbeiträge mehr ein.

Auch auf die Miete jener Park&work-Parkplätze, die von in der Innenstadt beschäftigten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gepachtet sind und derzeit nicht arbeiten können, verzichten wir. Und natürlich stunden wir auch – und da haben wir bereits viele Ansuchen von Steyrer Wirtschaftstreibenden positiv erledigt –die monatlich fällige Kommunalsteuer- und zwar zinsenlos.

Für das Steyrer Stadtmarketing, das von der Stadt mit einem Jahresbudget von € 250.000 ausgestattet ist, stellen wir für heuer ein Zusatz-Krisenbudget von weiteren 50.000.- Euro zur Verfügung. Unter anderem für eine breit angelegte Kampagne: „In den Steyrer Geschäften einzukaufen und die lokale Wirtschaft zu unterstützen“

Eine weitere finanzielle Hilfestellung für die Steyrer Kaufmannschaft ist die Unterstützung des Vereines „Steyr lebt“ mit heuer neuerlich 50.000 Euro. Damit können unter anderem die sehr erfolgreiche Aktion Startplatz Stadtplatz mit Mietzuschüssen für Neugründer finanziert werden, aber auch die Steyrer Shoppingcard, die als sehr erfolgreiches Kaufkraftbindungsinstrument von mittlerweile bereits 140 Steyrer Geschäften akzeptiert wird. Und nicht unerwähnt lassen möchte ich auch, dass der Verzicht auf die Gebühren für die Marktfieranten, wie er derzeit von manchen Städten und Gemeinden temporär gewährt wird, in Steyr obsolet ist, weil wir die Marktgebühren bereits vor Monaten gänzlich und auf Dauer abgeschafft haben.

Liebe Steyrerinnen und Steyrer!
Mir ist klar, dass angesichts der für viele Steyrer Wirtschaftstreibenden existenzbedrohenden Situation die Hilfe und Unterstützung der Stadt nur einen sehr kleinen, vielleicht sogar unbedeutenden Beitrag darstellt.

Wir wollen damit aber als Stadt – über die konkrete Unterstützung hinaus – ein Signal setzen, dass wir in Steyr auch diese große Krise gemeinsam bewältigen werden.

Gemeinsam, solidarisch und mit dem Ziel, dass niemand alleingelassen wird und im schlimmsten Fall für jeden und für jede ein dicht geknüpftes Sozialnetz zur Verfügung steht.

Abschließen möchte ich mit einem ganz großen Danke an die Einsatzorganisationen Rotes Kreuz, Freiwillige Feuerwehr und Polizei aber natürlich auch an unsere Ärzte (Spital und niedergelassener Bereich), das medizinische und Pflegepersonal sowie das Fachpersonal der Stadt, vom Gesundheitsbereich bis hin zu den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der kommunalen Dienste. Ein großes Dankeschön gebührt aber auch der Steyrer Bevölkerung, also ihnen allen, für die große Disziplin bei der Einhaltung der Regeln und Schutzmaßnahmen, wie auch für das Verständnis, dass viele Dienstleistungen der Stadt derzeit nicht oder nur in eingeschränktem Maße zur Verfügung stehen. Liebe Steyrerinnen und Steyrer! Ich glaube, wir wünschen uns alle, dass wir langsam aber sicher wieder zu dem Leben zurückkehren können, das wir vor der Corona-Krise als normal und selbstverständlich betrachtet haben. Hoffen wir, dass das bald der Fall sein wird und wir die akute Krise gemeinsam gut meistern.

In diesem Sinne Alles Gute und bleiben sie gesund!